44 Methode gefunden werden. Die Diskussion bewegte sich hauptsäch- lich um den Gebrauch der Bilder, welche nach Ansicht der Fach- lehrer mit Rücksicht auf den zu erlernenden Wortschatz dem täg- lichen Leben zu entnehmen seien, und gab Erklärungen über den Ausfall der schriftlichen Arbeiten. Als sehr erschwerend wurde der Umstand betont, daſs die Rücksicht auf die vielen in das Gymnasium übertretenden Quartaner eine reine Durchführung der neuen Methode nicht gestatte.
Die sozialpädagogischen Bestrebungen sind den Anregungen des jetzigen Gymnasialdirektors Professor Dr. PFischer, der die Anstalt von Ostern 1891 bis Herbst 1894 leitete, zu verdanken. Auf Grund einer von ihm veröoffentlichten Abhandlung:„Staats-, Wirtschafts- und Sozialpolitik auf höheren Schulen“, dem Programm von Ostern 1892 beigelegt, und einer Reihe mündlicher Besprechungen wurden einige Lehrer der Anstalt in engere Fühlung und ein gewisses Zu- sammenstimmen in diesen Fragen gebracht, so dals ihre dahin zielende, durchaus freiwillige Phätigkeit, besonders in Religion, Deutsch, Ge- schichte und Geographie, als eine einbeitliche, von gleichen Ausgangs- und Zielpunkten beherrschte anzusehen ist. Die Schüler folgen diesem Unterrichte mit groſsem Interesse. die beteiligten Lehrer finden immer mehr Freude daran und baben Resultate desselben in Lehrproben und selbständigen Schriften veröffentlicht.
Als preulsische Realschule I. Ordnung erhielt das Realgym- nasium, dessen Name nicht geändert wurde, für seine Schüler alle Berechtigungen, die jener Schulgattung zustanden. Die Be- fugnis, Zeugnisse für die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst auszustellen, erhielt die Anstalt durch Ministerialerlals vom 14. März 1867. Bedingung war mindestens halbjähriger Be- such der Sekunda und Teilnahme am lateinischen Unterricht; nach der Militär-Ersatz-Instruktion für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 erbielten dieses Zeugnis nur diejenigen Schüler, welche mindestens ein Jahr an allem Unterricht der Sekunda mit ausreichen- dem Erfolge teilgenommen und sich gut betragen hatten.¹)— Die Reifeprüfung wurde zunächst nach einem Reskript vom 31. August
¹) Seit Herbst 1882 erst wird ein besonderes Buch für diese Zeugnisse geführt, von da ab bis Herbst 1894 haben 243 Schüler den Berechtigungsschein 8 7 ₰½ ₰½ erhalten.


