Demnach werden die exakten Wissenschaften— von kleinen Ein- schränkungen abgesehen— heute noch in dem ursprünglichen Umfange und in der ursprünglichen Inteusität gepflegt.¹) In allen übrigen Fächern ist keine Abweichung von den allgemeinen Lehrplänen von 1882 bezw. 1891 vorgekommen. Die auf Anfordern des Königlichen Provinzialschulkollegiums von 1887— 1890 entworfenen genaueren Ausführungen der Lehrpläne sind zu kurz im Gebrauche gewesen und können deshalb hier übergangen werden. Der katholische Religions- unterricht vereinigte meistens die Schüler mehrerer Klassen, auf An- trag Wedewers wurden durch Verfügung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums vom 3. September 1880 die gleichen Klassen der beiden Gymnasien kombiniert. In eine noch engere Beziehung traten die beiden Anstalten durch die Ministerialverfügung vom 14. Januar 1884, wodurch unter Ablehnung einer Drweiterung des humanistischen Gymnasiums dessen Doppelcöten der 3 untersten Klassen dem Real- gymnasium zugewiesen wurden. Für beide Parallelcöten der Sexta, Quinta und Quarta des Realgymnasiums wurde der Lehrplan des humanistischen Gymnasiums eingeführt. Eine Verfügung des König- lichen Provinzial-Schulkollegiums vom 2. Oktober 1884 genehmigte den Vorschlag der beiden Direktoren, wonach bestimmt wurde, dals diejenigen Schüler aus Wiesbaden, für welche der Besuch des Realgymnasiums gewünscht wird, ohne Rücksicht auf die Wohmung, dagegen von solchen, welche das humanistische Gymnasium absol- vieren wollen, nur diejenigen in das Realgymnasium aufgenommen werden, welche nördlich der Friedrich- und Frankfurterstralse wohnen. Für Auswärtige war die Entscheidung durch nichts gebunden. Ostern 1892 wurde die Parallelsexta, Ostern 1893 die Parallelquinta- wegen mangelnden Bedürfnisses eingezogen. Mit der Vollendung eines Erweiterungsbaues des Königlichen Gymnasiums fallen alle Parallelcöten Ostern 1895 an dieses zurück, so dals die beiden An- stalten nur noch dadurch in Fühlung stehen, dals sie beide dieselbe Turnhalle benutzen und an beiden derselbe Zeichen- und derselbe katholische Religionslehrer wirken.
Denn auch der oben erwähnte gemeinschaftliche Besitz der physikalischen Apparate und der Bibliothek war bei dem Wachstum
¹, Diese Mitteilungen über die gegenwärtigen Zielpunkte stützen sich auf Angaben des Herrn Professors A. Schmidt. Uebrigens erfährt der mathe- matische Unterricht auch dadurch eine Stärkung, dals der Unterricht in der darstellenden Geometrie von den mathematischen Fachlehrern geleitet wird.


