Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt / Königliches Realgymnasium Wiesbaden
Entstehung
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kräfte wurden diesseits und jenseits verwendet. Die Jenseitigen lernen diesseits und haben im diesseitigen Kabinett bei einem jen- seitigen Lehrer ihren physikalischen Unterricht, wofür die Diessei- tigen mit den Jenseitigen jenseits gemeinsam singen. An dem allen haben die beiden Direktoren wenig Freude, den sonst Beteiligten ergeht es nicht besser. Diese Vergemeinsamung peider Schulen trägt auch keine guten Früchte für die Zucht. Die lockeren Gesellen aus beiden Anstalten wirken gemeinschaftlich, aber nicht zum Segen, nachdem sie näher aneinander gerückt sind. Erst seit 1863 hat aller gemeinsamer Ünterricht aufgehört.

Auf eine neue Not weist Müller in demselben Bericht hin: Die Prima des Realgymnasiums ist diese Ostern auf 46 Schüler angewachsen. Diese hohe, seit dem Bestehen von Realschulen in Deutschland vielleicht noch nie und nirgends vorgekommene Anzahl von Primanern ist nicht etwa ein Meteor, sondern wird auch in den nächsten Jahren nahezu dieselbe pleiben. Daher wurden in diesem Jahre die beiden Kurse der Prima im Deutschen, im Lateinischen, in der Geschichte und in der Mathematik getrennt. Auch wurde durch Reskript vom 7. October 1862 verfügt, dals hinfort eine be- stimmte Versetzung aus der einen in die andere Abteilung statt- finden sollte.

Die Grundsätze, welche beim Aufrücken in die höhere Klasse und bei der Kollokation gelten sollten, waren für das Gymnasium durch einen Regierungserlals bestimmt worden und wurden unter entsprechenden Modifikationen durch Konferenzbeschlufs vom 16. März 1863 auch für das Realgymnasium angenommen. Bei der viertel- jährlichen Kollokation sollten Deutsch dreifach, Physik, Geschichte, Naturgeschichte, Zeichnen in Tertia, Chemie in Sekunda und Religion, worin positive Kenntnisse nicht durchaus in der nächsten Klasse er- forderlich sind, einfach, alle anderen Fächer zweifach gerechnet werden.

Der Turnunterricht konnte auch jetzt nur während des Sommers stattfinden, da immer noch eine Halle fehlte, ja 186365 mulste wegen Mangels eines Turnplatzes der Unterricht ganz ausfallen, erst vom 8. Juni 1866 an konnte ein neu hergestellter Turnplatz von den beiden Gymnasien gemeinsam benutzt werden.

Die während einer Reihe von Jahren unterbliebenen monatlichem Vortragsübungen wurden i. J. 1866 wieder aufgenommen.