At
7) Physik, 8) Chemie, 9) Mineralogie. 10) Geschichte und Geographie je eine Gruppe bildeten. In der schriftlichen Prüfung wurden nun- mehr ein deutscher Aufsatz, ein französisches Exerzitium, aus der höheren Mathematik eine gröſsere oder 2 kleinere Aufgaben, eine chemische Arbeit vorgelegt und je 5—6 Stunden dafür bewilligt. Die freiwilligen Arbeiten blieben. Als Gegenstände der mündlichen Prüfung traten ein eine umfassende Aufgabe 1) aus der deutschen Litteraturgeschichte, 2) aus der höheren Mathematik, 3) aus dem konstruktiven Zeichnen, eine Reihe von kleineren Aufgaben oder Fragen aus 4) der Elementarmathematik, 5) aus der Physik, 6) aus der Chemie, 7) aus der Mineralogie, 8) aus der Geschichte und Geographie, 9) Übersetzung eines Abschnitts aus einem lateinischen Prosaiker, 10) desgleichen aus einem französischen Schriftsteller. Aulser den Noten für die der Prüfung unterworfenen Gegenstände enthielt das Zeugnis noch die Erfahrungsnoten in der Religion, der englischen Sprache und der Technologie. Es galt derjenige für nicht bestanden, dessen Leistungen 1) in der deutschen Sprache oder 2) in Mathematik und konstruktivem Zeichnen oder 3) in drei be- liebigen der obigen Gruppen nicht genügend waren. War eine der drei zuletztgenannten die Mineralogie, so konnte allenfalls noch durch hervorragende Leistungen in einem anderen Fache ein Aus- gleich erfolgen.
Hiermit war die Stellung der Sprachen und speziell des Latei- nischen, deren Bedeutung für das Realgymnasium Oberschulrat Müller so stark betont hatte und die Regierung früher vollauf zu würdigen wulſste, stark erschüttert.
Der Lektionsplan wurde erschwert durch verschiedene Kombinationen mit dem Unterricht des Gymnasiums. Sehr drastisch stellt das die vom Direktor Oberschulrat Müller im April 1860 eingereichte Unterrichtsverteilung dar. Nachdem er die Schwierig- keiten dargestellt, die von Anbeginn gar reichlich sich zeigten, fährt er fort:„Zu möglichster Kostenersparnis wurde das Fakultative, in- soweit es nicht das Gymnasium betraf ¹), pesonders bezahlt, die Lehr- ¹) Es ist hier an das Englische gedacht. Während nämlich 1857 das Schulgeld von 36 und das Eintrittsgeld von 15 Gulden blieb, wurden alle fakultativen Fächer aufser Englisch besonders honoriert, die Benutzung des Laboratoriums mit 14, das freie Zeichnen mit 6, das physikalische Praktikum, die theoretische Chemiestunde und die Stunde für Zoologie und Botanik in Prima mit je 2 Gulden.


