Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt / Königliches Realgymnasium Wiesbaden
Entstehung
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des französischen Unterrichts in die Sexta hinaufzurücken. Die Lehr- bücher von OIllendorf und Ahn wurden durch Magers franz. Sprachbuch verdrängt, weil man sich von dessen genetischer Methode viel versprach. Da sie sich nicht bewährte, wurde Knebels franz. Grammatik und später Plötz' Lehrbuch I. und II. Kursus ein- geführt. Nach einander wurden Höchstens, Schifflins, Lüde- ckings Lesebücher, auf der Oberstufe Fränkels Anthologie ge- braucht. Als Lektüre in den oberen Klassen kam in diesem Zeit- raum folgendes vor: Mélesville et Hestienne, La Berline de l'Emigré, Voltaire, Charles XII., Wafflard et Fulgence, Le Voyage à Dieppe. Montesquieu, Considérations sur la cause de la grandeur des Romains, Ségur. Histoire de Napoléon, Racine, Iphigénie und Athalie, Molière. L'Avare und Le Bourgeois Gentilhomme, Corneille, Le Cid, Dela- vigne, Les Enfants d'Edouard und Louis XI, Scribe, Bertrand et Raton, Le Diplomate und Avant, Pendant et Apréès.

Die dritte Fremdsprache, das Englische, war nach Müllers Meinung grundsätzlich überflüssig und vermehre nur die Zahl der Sprachstunden zu ungunsten der Mathematik und Naturwissenschaften. Sie sei nur als fakultativ beizubehalten. Auch über den Betrieb des englischen Unterrichts klagte er; der Fachlehrer Milne, wohl. der englischen, nicht aber der deutschen Sprache vollkommen mächtig, vernachlässigte naturgemäls die grammatische Seite des Unterrichts, auf die Müller den grölsten Wert legte. Es wurde Fülsings Grammatik gebraucht und Shakespeare, King Lear, Julius Caesar. Macbeth, Merchant of Venice, Richard II, Goldsmith, Vicar of Wakefield, Irving, Sketch-book, Marryat. Master Ready gelesen.

Der Religionsunterricht ist am Realgymnasium von vorn- herein ein konfessioneller gewesen. Seit 1838 war der früher in Nassau übliche allgemeine Religionsunterricht allmählich peseitigt. Der evangelische Landesbischof Heydenreich hatte nun in Ueber- einstimmung mit dem Domkapitel durchgeset/t. dals der gesamte Religionsunterricht, allenfalls nur mit Ausnahme des biblischen An- fangsunterrichts, den Geistlichen zu übertragen sei. Für Wiesbaden wurden zu diesem Zwecke sogar neue Kaplanstellen gegründet. Trotz- dem scheint die Zahl der Stunden in den öffentlichen und privaten Anstalten zu grols gewesen zu sein; denn dem theologisch gebildeten Professor Ebenau wurden die evangelischen Stunden übertragen, während die katholischen in den Händen des Dekans oder der Kapläne lagen. Für den katholischen Unterricht war das Beck'sche Lehrbuch,