Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt / Königliches Realgymnasium Wiesbaden
Entstehung
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noch eine siebente Klasse hinzugefügt wurde. Die beiden Anstalten, die 4 klassige städtische Realschule und das 3 klassige staatliche Realgymnasium, standen in engster Verbindung. Ihre Leitung lag in den Händen eines Mannes, ihre Klassen wurden durchlaufend von Septima bis Prima in aufsteigender Linie gezählt, der Lehrplan war gemeinsam. Nur die Prima hatte einen zweijährigen Kursus, alle anderen Klassen einen einjährigen. Als Lokal wurde ihr der obere Stock der Schule auf dem Markt zugewiesen, wohin die früher im Oberstock des Münzgebäudes untergebrachte städtische Realschule schon 1844 verlegt worden war. Die Räume waren sehr bescheiden, ein chemisches Laboratorium nur notdürftig hergestellt. Als es sich als unzureichend erwies und der dafür bestimmte Raum für den sonstigen Unterricht nicht zu entbehren war, wurde im Herbst 1848 ein neues Laboratorium im Schützenhof hergerichtet.

Der Lehrplan bewegte sich zunächst nicht in bestimmt vor- geschriebenen Grenzen, da die Form, in der das Ziel der Realgym- nasien zu erreichen war, noch gesucht werden musste. Zwar war von dem Berliner Spilleke schon 1822 die in der Realschule zu lösende Aufgabe in klarer Weise dargestellt worden, zwar war Schul- rat Müller durch seine Leitung des Realgymnasiums in Gotha von 1836 1844 nicht ohne Erfahrung auf diesem Gebiete und hatte in Philipp Wackernagel, der von 1830 1839 an der Gewerbe- schule in Berlin gewirkt hatte, einen für das Realschulwesen ver- ständnisvollen Genossen. Allein viele Fragen auf diesem Gebiete waren noch im Flusse, dazu kamen persönliche und räumliche Schwierigkeiten; der Direktor erhielt nicht die gewünschten Lehr- kräfte, er mufste sich mit 3 Lehrern einrichten, die ohne jede aka- demische Bildung und bei persönlicher Tüchtigkeit den Aufgaben der Schule nicht gewachsen waren. Den Schreib- und Gesangunter- richt erteilten im Nebenamt Lehrer der städtischen Schulen oder des Gymnasiums und machten den ganzen Stundenplan von ihren dienstfreien Stunden abhängig. Auch der Konfirmandenunterricht, der damals in 2 wöchentlichen Stunden ein ganzes Jahr hindurch erteilt wurde, erschwerte den Stundenplan.

Die nicht ausreichende Anzahl der Lehrer, welche dazu noch vielfach als Mitglieder der Staatsprüfungskommissionen, mehrmals auch als Mitglieder der Kammer fungierten, nôtigte zu Kombinationen verschiedener Klassen in einzelnen Fächern und machte die Teilung grosser Klassen in Parallelcöten, der auch räumliche Schwierigkeiten