Welche Bedürfnisse die Realschulen befriedigen konnten, das war aus den in Blüte stehenden Privatanstalten zu erkennen. Die seit Jahren geplante Reorganisation des Realschulwesens erfolgte durch die Regiminalverordnung vom 30. März 1840, durch welche die Realschulen in Hachenburg, Herborn, Langenschwalbach, Monta- baur, Weilburg und Wiesbaden am 1. Mai 1840 gegründet wurden. Sie hatten einen 3- später 4 jährigen Kursus. Manche Elemente des früheren Unterrichtsstoffes wurden ausgeschieden, der Unterricht in Religion, Französisch, Englisch und Gesang, seit 1842 auch fakul- tativer Unterricht im Lateinischen und Griechischen in den Städten, wo keine Pädagogien waren, neu aufgenommen.
Die Realschule in Wiesbaden wurde am 4. Mai 1840 eröffnet und hatte zunächst 2 Abteilungen mit je 2 Kursen, seit 1843 aber 5 von I—V aufsteigende Klassen, deren Lehrplan folgende Tabelle
zeigt:
— (V IV III II I Summ(VIV III II I Summe
Religion.... 2 2 2 2 2 10(Deutsch.... 3 4 5 5 6 23 Bibl. Gesch...——= 1 1 2 Pranzösisch. 5 6 6 6 5 28 Prakt. Rechnen 1 2 3 4 4 14 Englisch. 3 3 2—— 8
6 e 3 ik.. 2— 4 1 Alanennaſihke, 4 44 14 Sprachl. Lekt. 11 13 13 11 11 59 PhNSi..... 3 2 1—— 6 Chemie..... 2—=— 2 zeichnen 4 3 2 2 2 13 Naturgesch. u. Schönschreiben 1 2 2 3 3 11
Technologie. 1 2 2 3 3 11 Singen..... Geographie.. 2 2 2% 3 3 18 Kunstfertig- Geschichte.. 2 2 2 Eeiten. 6 6 6 4 47 32 Wissensch. 1
Lektionen.. 17 16 16 15 13 77 Insgesamt 34 35 35 33 31 168
Das Technologische wird zwar in der Naturgeschichte noch be- rücksichtigt, tritt aber gegen früher, wo es ein selbständiges Fach war, stark zurück. Statt des Turnens, wofür weder Platz noch Halle vorhanden war, Wurden Spaziergänge unternommen. Leiter der Schule war der Rektor des Pädagogiums Lex.
Das Realgymnasium 1844— 1857: Der 22. Juni 1844 war für die Entwickelung des Schulwesens in Nassau und speziell in Wiesbaden ein bedeutungsvoller Tag. Durch ein von diesem Tage


