In Seines Volkes Kreis ſchien Er ein Gott verehrt,
Und von Fortunas Gunſt das Schoͤnſte Ihm gewaͤhrt. Louiſens Jugendreiz und edelmuͤth'ger Sinn,
Wie ſtarb vor ihm der Glanz der ſchoͤnſten Krone hin!
Da zierten Myrten noch das hochgeprieſne Haupt;
Und heut ſteht Naſſau's Stamm des ſchoͤnſten Schmucks beraubt. Ihr Ohr vernimmt nicht mehr, wenn ſich das Fruͤhroth hebet, Der Glocken dumpfen Schall, vor dem der Himmel bebet; Nicht mehr das Angelus und nicht des Windes Stoß
Wird ſtoͤren Ihre Ruh, tief in des Grabes Schooß.
Die Ausſtellung.
Geſchloſſen iſt das Thor; das Herz bedarf der Ruh; Dem vaͤterlichen Heerd eilt das Gefolge zu. Wer aber zaͤhlt und malt der Menſchen bunt' Gewuͤhl, Das von den Bergen ſtroͤmt in ſtaunendem Gefuͤhl? Gedraͤngt und draͤngend ſelbſt, als ob zum Sturm bereit, Erneu'n die Tage ſie der edlen Heldenzeit, Wann auf dem Feld des Mars, in der Iberer Land, Der Unſren muth'ges Heer bereit zum Angriff ſtand. Die Sehnſucht jeden trieb, Sein Bild ſich einzupraͤgen, Zum letzten Male noch den ſchuld'gen Dank zu legen Zu Fuͤßen Dem, deß Guͤt' und hochgeprießner Ruf Der reinſten Lieb' Altar in ihrem Herzen ſchuf. Doch in die ſtuͤrm'ſche Bruſt die Lieb' Ergebung goß, Als dem erſehnten Gluͤck die Pforte ſich verſchloß. Wie glücklich lebt ein Volk, von guͤt'gem Fuͤrſt regieret, Auf deſſen Sorg' und Muͤh' des Himmels Segen qulllt! Ergeben Seiner Macht ſieht es in Dem, der's fuͤhret, Der Gottheit Ebenbild.
Ich ſah den guten Fuͤrſt, im Todesfackelſchein;
Gefuͤhle ſanft und fuͤß bemaͤchtigten ſich mein.
Zu laͤcheln ſchien Er noch im Bette Seiner Ruh';
Des Himmels Genien, ſie wehten Mohn Ihm zu.
Sein Auge, das ſo zart die Liebe Ihm geſchloſſen,
Wird nicht mehr ſchau'n den Tag, von Sonnenglanz umfloſſen. Doch Hoffnung Ihm zur Seit', dem Glauben treu geſellt, Verwiſcht des Todes Grau'n, das nur die Erde qualt.


