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Aufruhrer, die ihr roh des Volkes Eintracht ſtoͤrt,
Zu dieſer Staͤtte kommt und dieſe Seufzer hoͤrt:
Hier lernt mit Lieb' und Treu dem Furſtenhauſe lohnen, Des Haders Schoͤpfer ihr, ihr Geißeln der Nationen, Die ihr ein treues Volk vom treuen Fuͤrſt entfernt,
Ihr Feinde weiſer Macht, von Naſſau's Soͤhnen lernt!
Doch horch! in dumpfem Roll'n die Trommel wirbelnd ſchlug; Dem Ziele naͤher wallt der ſchwarze Leichenzug.
Zwei Herolde des Tods, im Schmuck nach Ritterſitte, Wie's zu dem Grab ſich ziemt, mit abgemeßnem Schritte, Dem Marſchall gehn voran, der, ſchwarz mit Flor geziert, In feierlichem Gang die Todtenfahne fuͤhrt.
Drauf, in dem duͤſt'ren Blick die Trauer, ſechs Lakaien, Die an den Fuͤhrer ſich in ſtillem Zuge reihen.
Der Kirche Dienerſchaft, nach ihres Amtes Rang,
Geleitet ihren Fuͤrſt auf ſeinem letzten Gang.
Der Inſtrumente Chor goß ſanfte Melodieen,
Von Himmelsgenien zum Troſte uns verliehen.
Das ſtolze Leibroß, einſt ſo feurig und voll Muth, Empfand wohl den Verluſt; Ihn, der im Tode ruht, Zu miſſen ſchien es Ihn: das ſtolze Haupt es ſenkte, Als wenn ein inn'rer Ruf auch es zur Erde draͤngte. Wie einſtens Hektors Roß im alten Troerland,
Als von Achilleus Speer den grauſen Tod er fand.
Der Leichenwagen naht, im Schmuck der Herzogskrone, Der treuen Buͤrger zwoͤlf, treu ihres Fuͤrſten Throne, Geleiten zoͤgernd ihn zu Naſſau's Ahnen⸗Grab.
Weit von des Huͤgels Hoͤhn weht ſanft der Wind herab Erſtickten Klageton der unzaͤhlbaren Menge,
Die nach der Stadt ſich zieht in eiferndem Gedraͤnge, Durch Tauſende von Stund' zu Stunde angeſchwoll'n, Die Seiner Aſche noch des Dankes Thraͤnen zoll'n.
Den Schmuck entſchwundner Macht zwei Offtziere trugen, Die treu dem Vaterland mit Ihm in Schlachten ſchlugen, Den Schmuck, den Fuͤrſten-Lieb' und Freundſchaft Ihm verliehn, Den wohlerworb'nen Lohn fuͤr des Verdienſtes Muͤh'n.
Am Thore ruht der Zug, durch das in Jugendblüthe Einſt Seine Gattin trat, voll ſanfter Mild' und Guͤte:


