Aufsatz 
Andenken an den Höchstseligen Herrn Herrn Wilhelm, regierenden Herzog von Nassau : Gefeiert von dem Herzoglichen Landes-Gymnasium zu Weilburg, am 30. August 1839
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

Deutſche metriſche Ueberſetzung, verfaßt von dem Primaner Carl Frickhoͤffer.

Ankunft des Leichenwagens auf dem Amtsgebiete.

Es ſchweigt die Flur. Das heil'ge Erz ertoͤnet.

Die Senſ' und Pflug' ihr fuͤhrt, laßt von des Tages Muͤh'n!

Des Forſtes Hirten ihr, an Wald und Schluͤcht gewoͤhnet, Laßt eure Heerden ziehn!

Was kundet Glockenſchall und dieſer grauſe Schrecken?

Was ruͤſtet Alles ſich? Soldaten hin und her?

Will aus des Friedens Schooß der Krieg das Volk erwecken Zu Kampf und Heldenehr'?

Rein, Freunde kamen ſie, ſtill in der Daͤmm'rung Schatten Zu einem Friedenswerk, das Lieb' und Treu' gebot. Seht unter Thraͤnen ihr den Feuerblick ermatten?

Der theure Fuͤrſt iſt todt!..

O ungluͤckſel'ges Wort! Ihr finſt'ren Todeskluͤfte!

Verhuͤlle, Daͤmmerung, der Sonne gold'nen Strahl!

Verhalle, bittrer Schmerz, im Echo durch die Luͤfte Gebrochen tauſendmal!

Todt biſt Du, Wilhelm, todt! O Lohn des ſchoͤnſten Strebens! Nicht Deines Volkes Flehn, nicht Treu und Edelmuth Bewahrten laͤnger Dir, als in den Lenz des Lebens,

Der Erde hoͤchſtes Gut.

Sanft weinend klage Du, o Tochter der Gefilde,

Mit duͤſtrem Trauerſchmuck umhuͤlle heute Dich;

Dem Vater folge ſtill, der, voll von Kraft und Milde, Nur allzufruͤh verblich!

Ihr Waiſen, fruͤh geweiht des rauhen Schickſals Strenge,

Ihr Greiſe, Kinder, Frau'n, laßt ruhen Feld und Pflug,

Zu des Entſchlaf'nen Ruhm ſtimmt ein in Trauerſaͤnge Und folgt dem ſchwarzen Zug!