Lateiniſche Trauer⸗Ode, von dem Primaner Friedrich Ruͤffer.
Improvisa leti Vis rapuit rapietque gentes. Ilorat. Cur lamenta sonant, cur gemitus graves? Cur pleni lacrymis sunt oculi omnium? Dux justissimus, eheu, Nostrum præsidium, occidit!
Ergo, Musa, mihi flebile dicito
Carmen; tu quoque enim funere Prineipis Et tutore et amico 1 Et fautore cares tuo.
Illum cana Fides luget et Aequitas; Illi semper erat candida gratia; Semper justa tenebat Sceptra Ille et sapientia.
Natalem Tuum ubi nos celebravimus, Nobis Te affore tum credidimus diu;z
Improvisa vocarunt Te jam fata adamantina.
Nomen perpetuum, vita brevis Tua; Abdit Te Elysiis Parca locis cito. Nemo ab
Omni parte beatus est.
Sors humana ita.
Ileu, nunquam redeat vita fugax Tibi;
Nec virtus, nec honos, tura nec, aut preces, Parcis invidiosis, Letis attulerint moram.
Jam spectans tumulum patria flet Tuum, Et moestos ocnlos dirigit ad Deos Civis, dulcis, et orat,
Sit pax atque quies Tibi.
nebſt deutſcher metriſcher Ueberſetzung, verfaßt
Plötzlich mäht des Todes Hand die Geſchlechter und wird ſie mähen.
Horatius. Warum toͤnet die Klag', warum der Jammerton? Warum ſehen wir jed' Auge von Thraͤnen ſchwer? Ach, hinſchied ja der Hort uns, Er, der Fuͤrſten gerechteſter!
Darum ſinge mir jetzt, Muſe, ein Trauerlied,
Da auch Du durch den Tod unſers geliebten Herrn Einen Freund und Beſchutzer, Einen Goͤnner verloren haſt.
Um Ihn weinet die Treu, weinet die Billigkeit; Holde Freundlichkeit auch zierte vor Allen Ihn, Und Er lenkte das Scepter Stets mit weiſer, gerechter Hand.
Lange hofften von Dir wir noch begluͤckt zu ſein, Und wir feierten froh juͤngſt Dein Geburtstagsfeſt; Unvermuthet ereilte Dich das herbe Geſchick des Tods.
Ewig waͤhret Dein Ruhm; kurz war Dein Leben nur; Schnell rief Atropos Dich hin nach Elyſium.
So iſt menſchliches Schickſal.
Keinem bluhet vollkommnes Gluͤck.
Ach, nie glaͤnzet fuͤr Dich wieder des Tages Licht; Weder Tugend, noch Ehr', oder ein fromm Gebet Kann die Parzen bewegen, Abzuhalten den herben Tod.
Traurig ſteht an der Gruft jetzo das Vaterland, Und den thraͤnenden Blick richtet zu Gott es auf, Flehend:„Guͤtiger Vater, Gib Ihm Frieden und ſanfte Ruh!“
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