Abditus Rhenus pater antro in imo Lacrymis exauget aquas; inertes Lana jam luctu sinuosus undas
Mittit acerbo.
Nubibus Taunus tegit ora nigris,
Rhaetico et durus; lacrymatur atris
Crinibus quercus, tremuloque pinus Vertice luget.
Quid prius dicam solita parentis
Laude? qui rectum coluit bonumque
Impiger, semper placidaque dextra 3 Sceptra tenebat.
Ileu, vagi rerum dubiique casus
Regna mortalis tenuere vitae!
Sedulus metae properat fugaeis Impetus acvi.
Nil diu felix sinit esse Parca; NMobiles currunt hominumque sortes; Vixit aeternum, sibi qui merendo Vindicat aevum;
Quem sibi raptum lacrymantur omnes,
Atque, luce anno redeunte tristi,
Proflua spargunt lacryma favillam Semper amici.
Tief in kuͤhler Grotte verborgen mehr't mit
Thraͤnen Rhenus ſeine Gewaͤſſer; traͤge
Wogen waͤlzt, vom Grame gebeugt, des Lahnſtroms Trauernder Gott jetzt.
Schwarz umhüllt mit dunk'lem Gewoͤlk der hohe
Taunus ſeine Gipfel; es klagt in dunklem
Schmuck ſein Eichenforſt und der hohen Fichte Schwankender Wipfel.
Soll ich Andres feir'n, als das Lob des Vaters, Welcher unverdroſſen beſchützte Recht und Tugend, und das Scepter in milder Rechte
— Vaͤterlich fuͤhrte?
Ach, der Menſchen Leben beherrſchet zweifelnd
Hin und wieder treibender Zufall; ſtets zum
Ziele ſtrebend eilen der fluͤcht'gen Jahre Schwebende Fluͤgel.
Keinem laͤchelt lange die finſt're Parze;
Wandelbar ſtets wogen der Menſchen Looſe;
Nur durch edle Thaten erbluͤht dem Edlen Ewiges Leben;
Deſſen Tod ein Jeder beweint, und deſſen
Aſche, wann im Wechſel des Jahres wieder
Kehrt der Tag der Trennung, mit ſtiller Thraͤne Freunde benetzen.


