D.
Deutſches Trauer⸗Gedicht, verfaßt von dem Primaner Carl Panthel.
Mußten wir's erleben, Den Anbruch dieſes Tags zu ſehn? Schiller's Maria Stuart V, I.
1) Es füllet Trauer heute dieſe Hallen, Sonſt nur geweiht des Strebens heitrer Luſt; Rings hoͤren Klagelieder wir erſchallen,
Und maͤchtig greift der Gram an jede Bruſt. Er iſt dahin; und in des Herzens Tiefen Erwachen Schmerzen, die verborgen ſchliefen.
3) Und du auch, o geweihter Sitz des Strebens Nach Weisheit, nach der Tugend ſteiler Bahn, Du weinſt um den Geſchiednen nicht vergebens; Denn liebevoll war Er dir zugethan,
Und Alles, was zum Ziele fuͤhrt und ehret,
Ward reichlich dir von ſeiner Gunſt beſcheret.
5) Doch ſanft geloͤſet von der Erde Banden, Im Kuß des Genius entſchwebt Sein Geiſt, Hinüuͤber zu Walhallas ſel'gen Landen,
Wo ewig Er des Schoͤpfers Liebe preißt.
2) Er, Deſſen milder Geiſt uns all' durchdrungen, Er, Deß erhabner Sinn uns all' durchgluͤht. Wir ſtanden feſt, von Seinem Arm' umſchlungen; Fuͤr unſer Wohl war eifrig Er bemuͤht.
Denn Seiner Kinder Wonne, Luſt und Schmerzen,
Er fuͤhlte Selbſt ſie tief im eignen Herzen.
4) In Wolken huͤllt die Sonne ihre Strahlen, Bei ſeinem Grabe trauert die Natur; Sein Hoffen ſieht das Land, ſein Wuͤnſchen fallen, Sein lauter Jammer toͤnt durch Berg und Flur. „Er ging dahin“, ſo klagen unſre Zaͤhren, „Und nimmer, nimmer wird Er wiederkehren.“
6) Ja dorthinuͤber iſt Er heimgegangen, Wo heiß umarmet, in dem ſtillen Rund Der Ahnen, Pſyche liebend wird empfangen, Und eingeweihet in den hohen Bund.
So hebt ſich, nach des Winters ſchweren Traͤumen„Empfange, toͤnt es von der Gottheit Throne,
Des ſuͤßerwachten Lenzes reges Keimen.
„Die Du verdient, des ew'gen Lebens Krone.“
7) Doch Du, Verklaͤrter, von des Himmels Hoͤhen Blick liebreich nieder auf Dein trauernd Land, Und hoͤre Deiner Kinder heißes Flehen: Erhebe ſegnend auf uns Deine Hand,
Und wenn im Kampf des Schickſals wir erbeben, Mag ſtaͤrkend uns Dein milder Geiſt umſchweben.
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