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in Unlust umschlägt 1 ). Durch das Beobachten dieses Prinzips, das meist ganz unwillkürlich erfolgt, können wir die Aufmerksamkeit auf einen besonderen ästhetischen Eindruck von ihrem Objekt ablenken, sobald wir fühlen, dass mit ihrer Fortsetzung eine Ermüdung eintritt. Die Eeize, die durch die Sehorgane vermittelt werden, können in diesem Falle leicht durch das Schliessen der Augen oder das Abwenden vom affizierenden Objekt aufgehoben werden. Nicht so einfach ist es bei denen, die durch die Vermitte- lung der Gehörsorgane zustande kommen.
Das letzte Prinzip, das sowohl der ästhetisch Geniessende als der Künstler beobachten müssen, erfordert das Auswechseln der lustvollen Elemente mit neuen, sobald Anzeichen vorhanden sind, dass ihre Lustqualität schwindet. Auch dieses Verfahren erfolgt meist unwillkürlich. So kommt es, dass wir beständig unseren Standpunkt ändern, wenn wir irgend ein Kunstwerk betrachten. Auf diese Weise erhalten wir immer neue Eindrücke. Die Künstler, die sich an das Ohr wenden, haben hier einen Vorteil vor denen, die sich ans Auge wenden. Bei ihnen hat der Geniessende es gar nicht nötig, seinen Ort zu ändern. Der Komponist z. B. hat es in seiner Macht, für eine geradezu beliebig fortzusetzende Abwechselung der Eindrücke zu sorgen, während wir, wenn die Eeize durch die Sehnerven ermittelt werden, nicht für die erforderliche Abwechselung der Eindrucksbilder aufkommen können, da beim Betrachten von Kunstwerken das Ändern des Standpunktes sich nicht beliebig oft wiederholen lässt. Nur die unendlich mannigfaltigen Bilder, die das Panorama am Auge vorüberziehen lässt, bieten hier Gewähr dafür, dass, wie M. es nennt, der Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit rechtzeitig wechseln kann 2 ).
Das Bestreben des Künstlers, dem Bedürfnis nach Abwechselung der Beize entgegenzukommen, offenbart sich in
1) Ein sehr bekanntes Beispiel: Das Essen von Zucker in grösseren Mengen wirkt auf die Dauer unlusterregend II, S. 25.
2) Uebcr dieses Prinzip des „shifting locus" vgl. II, S. 180f£ und I, 8,339 ff.


