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Es kann weiter nicht behauptet werden, dass wir für Lust und Unlust Ausdrucksbewegungen besitzen. Aber der emotionale Ausdruck ist die Folge objektiver Bedingungen. Der Ausdruck der Lust ist schon ein Ausdruck der Freude, wenn er zu gewissen Bewegungen führt. Jedoch würde die Lust vorhanden sein, gleichviel ob wir eine Bewegung in Wirklichkeit oder nur im Geiste machen. (Wenn uns ein Schmerz verleitet, nach einem Mosquito zu schlagen, dann fühlen wir sicherlich Zorn. Aber der Schmerz wäre da, auch wenn wir nicht die feindliche Bewegung ausgeführt hätten).
Nach der Marshallschen Theorie stellt sich die wahre Beziehung zwischen Lust, Unlust und den Emotionen so dar: Die Emotionen sind zusammengesetzte, psychische Zustände, welche fast regelmässig unterdrückte oder übernormale Nerventätigkeit und dadurch auch das Erscheinen von Lust oder Unlust bedingen 1 ). Die Emotionen müssen daher als ganze Klasse auffallend lust- unlustvoll sein.
Die Einordnung von Lust und Unlust unter den Begriff der Emotionen erscheint M. aber ebenso unmöglich wie die unter den Begriff der Empfindungen. Es findet sich nun keine Tendenz, Lust und Unlust zu dem Gebiet des Verstandes oder Willens zu rechnen. Jedoch zeigt der Sprachgebrauch, dass man Lust und Unlust auch dort kennen gelernt hat.
Diese enge Beziehung zu allen Klassen psychischer Phänomene veranlasst M., drei Hypothesen über das Wesen von Lust-Unlust aufzustellen:
A. Lust- und Unlusterscheinungen sind die fundamentalen Elemente, die Basis, aus der sich alles geistige Leben entwickelt hat.
B. Lust- und Unlusterscheinungen sind selbständige psychische Elemente eigentümlicher Art 2 ), deren Eintritt ins Bewusstscin indirekt durch „Sensation", „emotion", und „intellect" herbeigeführt wird.
1) Vgl. S. 30.
2) psychic Clements „sni peneris," I, S. 36.


