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In Grant Allens „Physiological Acsthetics" erfährt die streng sensualistische Theorie wohl die genaueste Durchführung.
Sensualistisch in diesem Sinne ist auch Alexander Baumgarten, einer der frühesten Vertreter der Richtung, die die Bedeutung der subjektiven Auffassung unserer Umgebung für die Ästhetik ahnten. Nach ihm ist die Ästhetik die (allerdings nicht ebenbürtige) Schwester der Logik. Hat es die Logik mit einer Erkenntnis und zwar mit der reinen, denkenden Erkenntnis zu tun, so kann die Ästhetik nicht über ein unvollkommenes (bei Leibniz verworrenes) Erkennen hinauskommen, weil sie ihren Gegenstand im Gebiet sinnlicher Erscheinungen und der aus ihnen entspringenden Gefühle sucht, die ihren besonderen Grund in der lustvollen tJhereinstimmung eines Mannigfaltigen zur Einheit und Harmonie haben (Vgl. Lotze, Gesch. der Ästhetik, S. 4—12).
Emotionalen Charakters dagegen sind die Theorien von Guy au, Alison, James Mi 11, und Burke 1 ).
Der ästhetische Emotionalismus hat hauptsächlich unter den englischen Philosophen, der ästhetische Intellektualismus vielfach unter deutschen Philosophen Anklang gefunden. Der Intellektualismus sieht in der Harmonie geistiger Tätigkeiten und der Vereinigung des Mannigfaltigen zur Einheit den Grund alles Ästhetischen. Zuweilen zieht er mit der Behauptung, dass die psychischen Vorgänge, die mit ästhetischen Wirkungen in Zusammenhang stehen, zu schwach seien, um empfunden zu werden, auch das Gebiet des psychisch Unbewussten zur Erklärung heran 2 ). So betrachtet
tivismus folgondcrmassen: „Unter ästhetischem Subjektivismus verstehen wir den Inbegriff derjenigen Prinzipien, die mit einer allgemeinen Charakteristik des ästhetischen Verhaltens das Rätsel des Schönen zu lösen streben."
1) Der letzte definiert das Schöne als „quality by which an object causes love or some passion similar to it" (vgl. I, S. 120).
2) „The effect is due to recognition of rclations too delicate to rise above the „threshold," but grasped, for all that, in the aesthetic statc of mind," I, S. 121,


