Aufsatz 
Festschrift des Gymnasiums Dillenburg zur Einweihung des Neubaues am 21. November 1957 /
(Zusammenstellung: W. Bauer, H. Menzel)
Entstehung
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Dr. Rehrmann Landrat

Huber Erster Kreisbeigeordneter

Schmidt Kreisbeigeordneter

Reucker Kreisbeigeordneter

Zaur Baugeschichte der neden Schule

Im Jahre 1954 entschloß sich der Dillkreis, in Dillenburg und Herborn je ein Gymnasium zu errichten. Nachdem das von der Hessischen Regierung genehmigte Raumprogramm für diese beiden Lehranstalten vorlag, erhielt das Kreisbauamt Dil- lenburg vom Kreisausschuß des Dillkreises den Auftrag, mit der Entwurfsarbeit für die Dillenburger Lehranstalt zu beginnen. Es standen zwei Bauplätze zur Verfügung, und zwar sollte nach Möglichkeit das Gymnasium an der Wilhelmsstraße, gegenüber dem Landratsamt, errichtet werden. Dem Verfasser erschien jedoch die zweite Bau stelle an der Jahnstraße geeigneter, und der Kreisausschuß sowie alle maßgebenden Behörden unterstützten und genehmigten diesen Vorschlag.

Im Bestreben, allen wesentlich erscheinenden und schulischen Forderungen auf die beste Art zu entsprechen, hat der Verfasser in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium des bestehenden Dillenburger Gymnasiums die Planarbeiten durch- geführt. Er legte größten Wert darauf, bei dieser Bauaufgabe aus städtebaulichen Gründen die bestehende Turnhalle des Dillenburger Turnvereins mit in die Anlage einzubeziehen. Die Planung war darauf abgestellt, die Turnhalle durch Um- und Anbauten in ein neuzeitliches Bauwerk zu verwandeln, das dem genehmigten Raum- programm entsprach.

Auf Grund von mehreren Studienfahrten zu neu errichteten Schulbauten in Süd- und Norddeutschland und den dabei gewonnenen Erfahrungen sowie der für die weitere Durchplanung erforderlichen Diskussion mit dem Lehrerkollegium und den Spezialfirmen erfuhren die Ausführungszeichnungen manche Veränderung mit dem Ziel, den Neubau auf den Stand der neuesten Entwicklung zu bringen. Der Hauptzu- gang zum Gymnasium ist von der Jahnstraße zu erreichen. Nordwestlich des Haupt- einganges liegt der Verwaltungstrakt. In östlicher Richtung nach der Bundesstraße Nr. 277 und im Abstand von 80 Metern wurde der dreigeschossige Normalklassentrakt angeordnet, welcher durch Bingangs- und Pausenhalle zu erreichen ist.

Das Baugelände zwischen Normalklassentrakt und Bundesstraße 277 ist für die Sportanlage vorgesehen. Westlich des Normalklassentraktes liegt längs der Pausen- halle der PDausenhof. Auf der Nordseite des Fachklassentraktes sind Parkplätze sowie die Zufahrt der Koksanfuhr vorgesehen. Die Heizkessel stehen in einer wasserdicht ausgebildeten Stahlbetonwanne ca. 1,50 Meter unter dem höchsten Grundwasser- spiegel. 50 cm über letzterem liegen die Fundamentsohlen der drei Baukörper. Die Unterkellerungen des Normalklassen- und Verwaltungstraktes enthalten die umfang- reichen Leitungen für Heizung, Be- und Entwässerung. Das Gelände des Pausen- hofes, des Eingangs und der Parkplätze liegt ca. 1 Meter unter dem Fußboden des Erdgeschosses. Es mußte ca. 1,50 Meter aufgefüllt werden. Die Ubungsplätze für Sporterziehung sind auf der ursprünglichen Geländehöhe angelegt.

Der Normalklassentrakt:

Das flurlose dreigeschossige System(Schusterbau) sieht zwischen je zwei Klassen eines Geschosses ein Treppenhaus vor. Dadurch konnten die Längsflure in den drei Geschossen eingespart werden. Die nahezu quadratischen Klassen erhielten doppel- seitige Belichtung und dadurch eine ideale Querlüftung. Die Hauptbelichtung der Klassenräume erfolgt nach der Bundesstraße 277 zu durch doppeltverglaste Schwing- flügel-Fenster aus Holz. Um genügend Wandflächen für die Garderobe zu erhalten, wurde das Treppenhaus vor die Gebäudeflucht der Haupttrakte vorgezogen. Die Zu- gänge zu den Treppenhäusern sind durch die windgeschützten Pausenhallen zu erreichen.