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Die tägliche Arbeit begann im Winter in der Regel um 8, im Sommer un 7 Uhr mit einer Morgenandacht, die aus gemein⸗ ſchaftlchem Geſang, Schriftlefung und Vorleſung eines Abſchnittes aus einer Predigt ader aus einer Erbauungsſchrift und einem frei geſprochenen Gebete beſtand und von den Kandidaten wochenweiſe ab weczſelnd gehalten wurde. Kommunionfeiern, an denen ſich Miglieer des Seminars beteiligten, fanden je eine in beiden Semeſtern ſtatt.
Die ſtarte Nachfrage nach Wohnungen im Schloß nötigte, das als Geſellſhaftszimmer eingerichtet geweſene Zimmer Nr. 1 Schloßgebändes wieder zu einem Wohnraum zu machen. Durch Einrichtung eines ſeither zur Direktorwohnung gezogen geweſenen Zinmers wurde ein weiterer Wohuraum für einen Kandidaten ge⸗ wonnen, ſodaß munmehr acht Kandidaten freie Wohmug im Schloß haben können. Die Nachfrage wird dadurch freilch nicht entfernt befriedigt
über das geſellige Leben der Kandidaten berichten die⸗ ſelben ſelber das Folgeide.„Unſer Zuſammenleben war ein ſehr ſchönes und im gauzen harmoniſches. Die ſtudentiſchen Unterſchiede und Parteinngen ſind gefallen: alle ſchloſſen ſich zu einem Kreiſe zuſammen, der Freude und Leid miteinander teilte
„Das Abendbrot vereinigte die auf dem Schloſſe wahnenden Kan⸗ didaten im„Kaftno“, einem großen Zimmer im Schlaſſe, welches nier das Geſellſchaftszimmer der Kandidaten ab⸗
des geſelligen Lebens.
„Ju Winter vereinigten ſich die Kandidaten mit den Familien der beiden Profeſſoren und anderen hieſigen Familien zu einem Leſenbend« Alle 14 Tage kam man bei Eläßzner zuſammen zu un⸗ gezwungenem Verkehr und las Dramen mit verteilten Rollen. An die Stelle dieſer Abeude traten im Sommer gemeinſame Ausſtüge in die Umgegend Herborns, bei denen ſich zu unſerer Freude einige Familien anzuſchließen pſtegten. Bei dieſer Gelegenheit wurden auch die Eiſenverke in Sinn und Burg beſictigt.


