Aufsatz 
Landgraf Philipp von Hessen / Maximilian Hoffmann
Entstehung
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berger Concordie zu Grunde lag.¹) Landgraf Philipp schloss sich dieser Erklärung, welche als Vorbereitung zu einer allgemeinen protestantischen Synode gefasst war, freudig an. Er verhandelte des weiteren mit Christoph über die Synode, welche aus der Vereinzelung der Landeskirchen heraus- führen konnte, und sprach seine ernste Missbilligung aus über dieConfutation aller Irrthümer und Secten, welche als Antwort auf den Recess auf Befehl Johann Friedrichs des Mittleren 1559 zu Jena verfasst wurde.²) Eine weitere Vereinigung der protestantischen Fürsten wurde veranlasst durch die Aufforderung, sich an dem zum dritten Mal zusammentretenden Concil zu Trient zu betheiligen. Sie unterzeichneten im Januar 1561 zu Naumburg, indem sie das päpstliche Concil ablehnten, von neuem die augsburgische Confession. Wiederum schloss sich Johann Friedrich von der Gemeinschaft aus, weil in der an den Kaiser gerichtetenVorrede die veränderte Ausgabe der Confession als eine erklärende und gleichberechtigte bezeichnet war. Aber auch die Majorität kam nicht zum Abschluss der Verhandlungen. Eine neue Conferenz wegen der Recusation des Concils wurde zu Erfurt angesetzt, und inzwischen siegte die Orthodoxie auch in Kursachsen und Würtemberg. Landgraf Philipp verstand sich um der Einheit willen dazu, neben der naumburger Vorrede eine von Johann Priedrich geforderte Declaration über die Abendmahlslehre anzunehmen, machte aber darauf aufmerksam, wie die Evangelischen in Frankreich, England, Italien, Polen und der Schweiz immer mehr entfremdet würden, wenn auf die Declaration besonderes Gewicht gelegt werde.*) Der Kurfürst von der Pfalz, entschiedner der schweizerischen Lehre zugewandt, lehnte jede Aenderung des zu Naumburg beschlossenen ab.

Die Spaltung wuchs, als die Frage dringender wurde, wie weit man sich der bedrängten Hugenotten in Frankreich annehmen solle. Landgraf Philipp verwandte sich gleich den meisten übrigen Unterzeichnern des Frankfurter Recesses durch Briefe und Gesandtschaften für die Verfolgten bei den Königen Heinrich II. und Franz II.¹); auch zu Naumburg wurde eine Fürbitte beschlossen, und als Katharina von Medici sich den Hugenotten günstiger zeigte, verhandelte man 1561 über eine gemeinsame Gesandtschaft, um Frankreichs Betheiligung am Trienter Concil zu hindern. Aber Kur- sachsen und Würtemberg machten zur Vorbedingung die Mahnung an die Evangelischen in Frankreich, sie möchten sich zur augsburgischen Confession bekennen und nicht dem Calvinismus sich zuwenden.

¹) Kugler, Christoph v. Würtemberg II, 71 fl. Ranke V, 333.

²) Schreiben Philipps an Johann Friedrich, Gassel, 7. März 1559, bei Lauze II, 508 ff.:Gott wisse, dass es ihm wehe thue, dass er solche Trennung und Spaltung befinden solle zwischen denen, die von allen Seiten Christum bekennten und die augsb. Conf. für wahrhaftig und ihrem christlichen Glanben gemäss hielten.... Er besorgte aber, dass mit dieser Verdammung derer, die man Sacramentirer nennte, den Papisten die Thore aufgethan würden, viel frommer wahrhaftiger Christen zu martern, zu tödten uud aufs grausamste mit ihnen zu handeln, wie sie denn bereits an vielen Orten gethan, in den Niederlanden, Frankreich, Hispanien und Italien. Aus dem confessionellen Hader der Protestanten entnahm um diese Zeit Stanislaus Hosius, Bischof von Ermeland, seine besten Argumente, um Ferdinands Sohn Maximilian, der bald darauf Kaiser wurde, von seiner Hinneigung zum Protestantismus abzubringen.

3) Kugler II, 247.

4) Brief Philipps an König Franz II, 16. Oct. 1559, bei K. v. Weber, Anna Kurfürstin zu Sachsen, p. 388 f.:Es ist allhier in Deutschland erschollen ein gross Geschrei, wie grausam und unbarmherzig in Frankreich die gemartert, getödtet, auch ihnen die Zungen abgeschnitten werden, die da sind der augsburgischen Kurfürsten, Fürsten und Stände Confession, welches uns wahrlich nit wenig bekümmert und zu Herzen geht.... Das Mitleiden der frommen Leute, die unsrer Confession und Glaubens sind, bewegt uns, E. M. christlich zu vermahnen, darin gnädiges Einsehn zu haben, dass also unmenschlich und grausam nicht, wie dies geschehen ist, mit denen gehandelt werde, die unseres Glaubens sind. Sonderlich bewegt uns auch, dass wir befunden bei E. K. M. Aeltervater und Vater seliger Gedächtniss viel gnädig guten Willen und tröstliche Hülf in unseren Nöthen. Als Kurfürst August beim Landgrafen fragte, in welcher Sprache er an den König von Frankreich schriebe, antwortete er:An den König zu Frankreich pflegen wir in teutscher Sprach zu schreiben, denn wir die am besten verstehn; schicken ihm aber dabei auch die Meinung in lateinischer Sprach zu; doch beziehn wir uns auf das Teutsche als das rechte Original. v. Weber ibid.