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auferlegte, jede Verbindung der Schmalkaldner mit Frankreich, England und dem Herzog von Clèeve zu verhindern. Zu der Zeit, wo es sich darum handelte, die Ausbreitung des Bekenntnisses zu einem die Reichspolitik beherrschenden Bunde zu entwickeln, trat der Fürst, der bisher am thätigsten war, zurück auf den Standpunct der Defensive in Religionssachen. Sein Ansehen unter den Bundesgenossen war bald wieder hergestellt durch das Gelingen der zwischen den sächsischen Fürsten, Johann Friedrich und Moritz, wegen der Wurzener Fehde nöthig gewordenen Vermittlung und den darauf unternommenen Zug gegen Wolfenbüttel, welchen der Kaiser geschehen liess, indem er sich den Rechtsspruch über Herzog Heinrich vorbehielt. Aber die weitere Entwicklung des schmalkaldischen Bundes war gehemmt. Kurfürst Joachim II. von Brandenburg verpflichtete sich in einem ebenfalls zu Regensburg geschlossenen Vertrage gegen Bestätigung seiner Kirchenordnung, in kein Bündniss der Religion oder andrer Sachen halber einzutreten; Herzog Moritz trat mit dem Kaiser 1543 in Verhandlungen wegen der Schutzherrschaft über die Stifter Magdeburg und Halberstadt; der Landgraf, welcher weitere Versuche, ihn für das kaiserliche Interesse zu gewinnen, ablehnte:), verhinderte die vom Kurfürsten Johann Friedrich beantragte Aufnahme des Herzogs von Jülich und Cleve in den Bund.
So konnte Karl V. 1543 mit Heeresmacht gegen diesen nun mit Frankreich verbündeten Fürsten ziehen, der ihm den Besitz der Landschaft Geldern streitig machte und schon im Begriff war, in seinen Herzogthümern an der Grenze der habsburgischen Niederlande der Reformation ein neues Feld zu eröffnen. Er konnte ferner den König von Frankreich, der sonst gern die Opposition deutscher Reichsstände unterstützt hatteé, mit Beihülfe der Protestanten ²) 1544 zum Frieden nöthigen. Nun aber wendete sich seine Politik; für weitere Machterhöhung sollte ihm die bereits gefährdete altkirchliche Partei dienen. Die Erblande waren gesichert, den Törken wurde vorläufiger Tribut bewilligt; von den Protestanten verlangte er nun die Beschickung des Concils, welches inzwischen der Papst nach Trient berufen hatte. Mit dem Papste versöhnt, gebot er der Reformation im Erzstift Köln Einhalt und liess in einem Vertrage die vom Papst für den Religionskrieg zu leistende Hülfe an Geld und Soldaten festsetzen. Unter der Versicherung, es solle kein Religionskrieg geführt werden, gewann er auch protestantische Fürsten, besonders Herzog Moritz, zur Theilnabme an seiner Kriegsrüstung. Aber die Hoffnung, auch den schmalkaldischen Bund, in welchem es an zeitweisen Differenzen nicht gefehlt hatte, durch jene täuschende Versicherung zu zersplittern, schlug fehl. Er schrieb den Städten, es handle sich nur um Bestrafung einiger ungehorsamer und den Reichsfrieden störender Fürsten; aber kein Glied des Bundes wurde abtrünnig. Wenige Tage nach Veröffentlichung der Achtserklärung gegen Johann Friedrich und Philipp stand ein Bundesheer von mehr als 40,000 Mann schlagfertig an der Donau.
¹) Man stellte ihm günstiges Urtheil in seinem Erbstreit mit Nassau und ein Feldherrnamt im Kriege gegen Frankreich in Aussicht(Seckendorf lib. III§ 104, p. 424), aber er forderte bestimmte Versicherungen wegen der wolfenbüttler Fehde und des Kammergerichts, suchte wegen Geldern zu vermitteln und wollte nicht gegen einen Reichsfürsten zu Felde ziehn. Auszüge aus seiner Correspondenz mit Granvella bei Rommel II, 461 f. Vgl. v. Langenn, Moritz von Sachsen I, 163 f.
²) Häusser, Zeitalter der Reformation, p. 223. 227: Der grosse Irrthum der Schmalkaldner war, dass sie an des Kaisers Aufrichtigkeit glaubten. Mit demselben Geschick, das er zuerst angewendet, um die Protestanten sicher zu machen, ging er nachher darauf aus, sie zu theilen.


