Aufsatz 
Lucian in der Literatur und Kunst der Renaissance / von Paul Schulze
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Lucian in der Literatur und Kunst der Renaissance. Von Dr Paul Schulze.

Vorbemerkung.

Es ist in neuester Zeit recht viel über die Zweckmäßigkeit wissenschaftlicher Abhand- lungen als Beilagen zu den üblichen Jahresberichten der höheren Lehranstalten geschrieben worden; vielfach hat man dieselben ganz fallen lassen. Mein Standpunkt in dieser vielum- strittenen Frage ist folgender.

Entweder gebe man sie ganz auf oder man erkenne folgendes als richtig an: die sogen. Programmabhandlungen können nicht mehr, wie dies früher zumeist der Fall war, den Anspruch erheben, alsspecimina doctrinae et sagacitatis, alsProben der Gelehrsamkeit und des Scharf- sinns zu gelten. Bei der ungeheueren Vermehrung des Wissensstoffes und bei den gesteigerten Anforderungen, die der Unterrichtsbetrieb heutzutage stellt, sowie infolge der daraus sich er- gebenden, intensiveren häuslichen Vorbereitung und der gehäuften, Körper und Geist in gleicher Weise abspannenden Korrekturarbeit sind nur noch sehr wenige Lehrer in der Lage, größere Gebiete wissenschaftlicher Forschung zu beherrschen und in ihren Abhandlungen bedeutungsvolle oder neue wissenschaftliche Resultate zutagezufördern; das ist vielmehr die Aufgabe der aka- demischen Dissertationen und der zahlreichen Fachzeitschriften, in denen erfahrungsmäßig auch _ die Schulfächer gebührende Berücksichtigung finden. Der Zweck der Schulprogrammabhand- _ lungen ist m. E. der, auch die Elternkreise für die wissenschaftliche Arbeit der Schule zu interessieren und namentlich die reiferen Schüler in Wissensgebiete einzuführen, die ihnen sonst fremd bleiben. Dies ist aber nur dann erreichbar, wenn solche Themata gewählt werden, die, seien sie nun literarischer oder historischer, naturwissenschaftlicher oder pädagogischer, kritischer oder ästhetischer Art, auf allgemein wissenschaftlicher Grundlage ihren Gegenstand auch in einer mehr populären, dem gebildeten Laien verständlichen Form behandeln; nur dann werden sie dem Schicksal entgehen, sofort nach Empfang in den Papierkorb zu wandern, und also ihren Zweck nicht völlig verfehlen. Von diesem Gesichtspunkte habe ich mich bei den folgenden Darlegungen leiten lassen und bitte, dies bei ihrer Beurteilung zu berücksichtigen.

Zugleich sage ich an dieser Stelle dem Herzogl. Anhalt. Kunstwart, Herrn Prof. Dr Östermayer, sowie dem Vorsteher der Herzogl. Bibliothek, Herrn Hofrat Prof. Dr Klein- schmidt,. und meinem Kollegen und langjährigen Freunde, dem Bibliothekar des Herzogl. Friedrichsgymnasiums, Herrn Oberlehrer Dr Reinhardt, wärmsten Dank für die liebenswürdige Bereitwilligkeit, mit der sie mir die mannigfache einschlägige Literatur zugänglich gemacht haben.

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