hergehende Wort. Die Rücksicht auf das Metrum endlich weist dem Worte seinen Platz im Verse oder in der Reihe an. Ganz ungefüge oder zu schwerfällige Worte sind nur selten er- laubt, dicht neben einander unmöglich. Mehrere kurze Wärtchen auf einander folgen zu las- sen, vermeidet man möglichst, wie früher gezeigt wurde. Auch der Wohlleälang und der rhyth- mische Pall der Worte hat Einfluss auf ihre Stellung. Worte mit gleicher Endung lisst man nicht gern unmittelbar auf einander folgen, es sei denn dass die Endungen gar zu gewöhnlich sind und darum kaum in's Gehör fallen, oder dass man den Gleichklang sucht.
Bekanntlich machen von diesen strengen Besti nur Interjeetionen, Premd- worte und Eigennamen, zumal griechi theilweise eine Ausnahme: bei ihnen ist nicht nur
der Hiatus ge Rücksicht, de Verse aus Ovid.
So sehen wir fast ausnahmslos die Wahl und Zubereitung der Worte qurch Rück- sichten des Metrums pedingt oder doch beeinftusst, desgleichen die Stellung des einzelnen Wortes und der Worte neben einander nicht bloss durch die auch in ungebundner Rede gel- tenden Gesetze des Wohllautes, sondern auch durch den metrischen uüd rhythmischen Wohl- klang beeinflusst und bestimmt.
II. Dies führt uns zum zweiten Theile dieses Capitels. Wenn nämlich die Stellung der Worte auch durch metrische Rücksichten gelei- ird, So fragt es sich, in welchem Ver-
attet, sondern auch das Metrum und der Wohlklang nehmen auf sie zuweilen diese Rücksicht auch ihre Grenzen hat, beweisen die eben abgedruckten
hältnisse die grammatische Zusammengehörigkeit der Worte und die Gliederung des Satzes zu den Anforderungen des Metrums und zu der Gliederung der Strophe steht. Auch hier ist
im All inen die grammatische Rücksicht der metrischen untergeordnet, doch, wie wir sehen werden, gehen beide auf das schönste Hand in Hand. Die erstere ve langt, dass die Beziehung der Worte durch das Metrum nicht verdunkelt oder gar geftälscht, dass die Deutlichkeit und Schärfe des Gedankens durch irgend andere Rücksichten nicht beeinträchtigt oder gar geführ- det werde. Hierher bezügliche Bemerkungen sind schon früher gelegentlich gemacht, z. B. dass die Cäsur nicht zwischen 2 eng hörige Worte treffen darf, dass man nicht gern ganze Worte ausfallen lässt, ja dass man ohne jedes Bedenken nur solche Plevionsen- dungen elidirt, welche leicht durch das dazu gehörige und unweit vorhergehende oder nach- folgende Wort ergänzt werden können. Dazu kommt sowohl für einzelne Worte als für ganze Satztheile die selbstverständliche Norm, dass man sie niemals an eine Stelle bringen darf, wo sie nothwendig falsch bezogen werden und den Gedanken unklar oder doch schief machen müssen. Weiter reicht die grammatische Rücksicht nicht. Dass diese aber dem Dichter einen ausserordentlich grossen Spielraum lässt, davon überzeugt ein Blick auf die S0 mannigfaltige, fast fortwährend wechselnde Stellung der Worte und Gliederung des Gedankens, wie wir sie auf jeder Seite der elegischen Dichter finden. Wie aber haben die Dichter diese relativ grosse Preiheit benutat? Einfach dazu, die grammatische und metrische Rücksicht mit einander in Einklang zu bringen und beide sich gegenseitig unterstützen und fördern zu lassen. Im Be- grift, darüber zu sprechen, wie dies geschieht, muss ich zweierlei vorweg bemerken: 1) Ich 2iehe nur diejenigen Distichen in Betracht, welche, dem festgestellten Ethos der Strophe ge-
²) Nur durch die Rücksicht auf igennamen eu erblüren ist es, duss selbst Ovid so schwerfällige Verss gebaut hat, wie diasen: Castori Amyolaeo et Amyclaeo Paluci(Her. VIII, 71).
Satz- und Versglie- derung.


