Aufsatz 
Nachrichten über die Augustiner-Schule zu Friedberg in Hessen / von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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20.

jett ihre Einnahme keineswegs im Verhältniſſe zu ihren Arbeiten.

Zu den Urſachen des Sinkens der Schule rechne ich ferner: daß man den Lehrern ganz fremdartige Geſchaͤfte aufbuͤrdete, die ſie von ihren Lehrſtunden abzogen. Ich will hier nicht erwaͤhnen, daß fruͤher alle Dienſtag und Freitag bie Lehrer mit ihren Schuͤlern in der Kirche er⸗ ſcheinen mußten; die Stunden, welche ſie dort zubrachten, konnten als Religions⸗Unterrichts⸗Stunden angeſehen werden. Aber die Lehrer waren auch noch Cantoren und hatten bei mehreren Gelegenheiten, beſonders bei oͤffent⸗ lichen Leichen, zu ſingen und Orgel zu ſpielen. Der Con⸗ rector mußte nicht nur Sonntags Vor⸗ und Nachmit⸗ tags, ſondern auch Dienſtags und Freitags in der Wo⸗ chenkirche, und Montags, Dienſtags und Mittwochs in den Betſtunden vorſingen; der Subconrector ſpielte Sonntags in der Stadtkirche die Orgel, hatte Morgens und Nachmittags in der Burg zu ſingen, Dienſtags in der Wochenkirche die Orgel zu ſpielen, Mittwochs und Freitags in der Burg, und Donnerſtags, Freitags und

Sanmſtags in der Stadt vorzuſingen*). Ja der Rector⸗

ſelbſt war urſpruͤnglich zugleich Cantor in der Burg.

Wir kommen zu andern Urſachen, die noch tiefer eingriffen. Daß die Schule nicht ohne Aufſicht ſeyn

Unus⸗ erünß ſich fruͤhe. Da aber der geſammte Rath

. 72 fl. 42 Kr., an Korn 8 Malter und 15 Gebund Stroh; dem Conrector 37 fl. 58 Kr. Geld und 4 Malter Korn.

*) So wars noch im Jahr 1805, wie ein Bericht des Hrn. K. R. Pilger an Kirchen⸗ und Schutrath zu Gieſten ausweiſet.