Aufsatz 
Nachrichten über die Augustiner-Schule zu Friedberg in Hessen / von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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ten. Konnte man's ihnen verdenken, wenn die Schule ihnen nur halb am Herzen lag; wenn ihr Eifer fur die gute Sache erkaltete und ſie ſich von einer Stelle weg⸗ ſehnten, an welcher ſie Nahrungsſorgen hatten? Es wird um ſo unbegreiflicher, daß man nicht ſchon fruͤher an Verbeſſerung der Lehrerſtellen dachte, als der Schul⸗ fönds gar nicht unbedeutend iſt. Im Jahr 4819 hatte naͤmlich die Auguſtiner⸗Schule, außer den drei Woh⸗ nungen(Ciede mit einem Garten) für die Lehrer, folgen⸗ des Vermoͤgen: 1) an jaͤhrlichen Erb⸗ und Grundzinſen 50 fl. 32 kr. 3 Pf. 2) ein Capital von 9557 Gulden (welches ſeitdem um etliche Tauſend Gulden geſtiegen iſt) und 3) an liegenden Guͤtern 564 Morgen Landes, zum Theil in dem fruchtbarſten Theile der Wetterau. Frei⸗ lich ſind darunter gegen 200 Morgen Erbbeſtand und das Ganze lieferte damals jaͤhrlich nur 140 Malter Frucht⸗Pacht*. Wenn indeſſen auch ſeitdem dieſe Guͤter zum Theil die Steuer drückte, ſo waren andere dagegen ſo gering verpachtet, daß ſie fuͤglich erhoͤht werden konnten und auch erhoͤht wurden. Nun aber ziehen die Lehrer gerade den geringſten Theil ihrer Be⸗ ſoldung aus dieſem ſo bedeutenden Fonds**), und ob ſie gleich im Jahr 1811 die ganze Subconrectorats⸗Be⸗ ſoldung***) unter ſich getheilt haben, ſo ſteht doch noch

*) Im Jahr 1817 koſtete das Malter 20 Gulden; die Schule mußte demnach allein an Früchten über 2000 Gulden gewinnen!

*) Aus der ſ. g. Präſenz und den püs corporibus exhaͤlt nämlich der Rector jährlich 144 fl. und der Conrector 69 fl. 18 Kr.

*44) Wie ſtark dieſe gewveſen, ſieht man daraus, daß(kt. Dekret

d, d, 18. Febr. 1811) bavon dem Rector zukam: an Geld 2 1