Aufsatz 
Nachrichten über die Augustiner-Schule zu Friedberg in Hessen / von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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auch bei der ſorgfäͤltigſten Aufſicht noch Jahre vergehen, bis ſie das ſind, was ſie ſeyn ſollen, zumal bei dem jetzigen Geſchäͤftsgange). Die Collationen, welche fruͤher bei jeder feierlichen Gelegenheit auf Koſten des Schulfonds ſtatt fanden, ſind ſeit langer Zeit abgeſchafft und es erhalten dagegen bei jeder oͤffentlichen Pruͤfung die anweſende Geiſtlichkeit, die dabei erſcheinenden Magi⸗ ſtratsperſonen und die Lehrer, jeder 30 Kreuzer zur Entſchaͤdigung. Indem uberhaupt der Verſchleuderung des Vermoͤgens Gränzen geſetzt wurden, verſtel man im übermaaſe der Sparſamkeit auf einen entgegengeſetzten Fehler: man vermied abſichtlich jedé koſtſpielige Repara⸗ tur und begnugte ſich mit nothduͤrftigem Ausflicken oder mit leichter Arbeit.

Beſonders war man bei den cehrer⸗Beſoldungen aͤußerſt karg, ohne zu bedenken, wie ſehr man hierdurch der Anſtalt ſelbſt ſchadete**). Denn da die Lehrer von denſelben nicht leben konnten, ſo mußten ſie zu ander⸗ weitigen Erwerbsquellen ihre Zuflucht nehmen, Privat⸗ Stunden geben, Gartenbau treiben,(oder wie mein ver⸗ ehrter Vorgaͤnger) ein Inſtitut neben der Schule errich⸗

*) Nach dieſem wird eine Reparatur dem Schulpfleger angezeigt; dieſer theilt ſie ſeiner Zeit der Stiftungs⸗Deputation mit, welche aber ohne Einſicht des Landrathes, der nur ſelten hier⸗ her kommen kann, den überſchlag nicht machen darf. Von ihr gelangt die Sache an den Kirchen⸗ und Schulrath zu Gießen zur Genehmigung. und wie weit iſt es von deſe

5 bis zur Ausführung!

**½) Das Conrettorat noch brachte im Jahr 1810 nicht mehr als 105 Gulden Geld und 20 Malter Korn in ſirer Beſoldung ein.