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rakter der verſchiedenen Lehrer, welche ihr vorſtanden. Aber eine ſolche erwarte man hier bei faſt gaͤnzlichem Mangel an derlei Quellen keineswegs. Ich werde mich darauf beſchraͤnken, einzelne hiſtoriſche Nachrichten uͤber die Anſtalt zu liefern und dann die vorzuͤglichſten Urſa⸗ chen angeben, welche auf dieſelbe ſo einwirkten, daß ſie in Abnahme kommen mußte.
Man wird meine Abſichten nicht verkennen. Den⸗ jenigen, welchen die Anſtalt aus fruͤheren Zeiten bekannt iſt, weil ſie derſelben ihre geiſtige Ausbildung verdanken, wird das Leſen des Buͤchleins eine angenehme Erinne⸗ rung gewaͤhren. Ich moͤchte aber auch gerne die Auf⸗ merkſamkeit derjenigen Männer unſeres Staates, welche Einfluß haben, auf dieſelbe hinlenken, damit ſie, in de⸗ ren Hand es liegt, der Schule den Standpunkt anwei⸗ ſen, welcher ihr gebuͤhrt, wenn anders die Lehrer die. noͤthigen Eigenſchaften beſitzen und ihrer Pflicht Genuͤge leiſten.
Eine dritte Abſicht darf ich nicht verhehlen, nämlich einer Geſchichte von Friedberg vorarbeiten zu helfen,— die wir vor der Hand noch nicht zu erwar⸗ ten haben. Ihre Privilegien und die andern ſie be⸗
treffenden Urkunden ſind zwar meiſtens gedruckt, aber zerſtreut und zum Theil in baͤndenreichen oder ſeltener werdenden Werken; mehrere Ehroniken aus dem ſieben⸗ zehnten und achtzehnten Jahrhundert ſind, wie das
„ rothe Buch“*), noch Manuſcript und moͤgen auch den
*) In dem ſ. g. rothen Buche ſind mehr als 250 Prioilegien, Verträge ꝛc. von J. Fr. Schwalb aus den Originalien im Jahr 1724 abgeſchrieben, wovon die wichtigſten bereits in


