Aufsatz 
Zu den Sagen von Gog und Magog : wissenschaftliche Beilage zum Programm der Sophien-Realschule, Ostern 1882 / von Hugo Bieling
Entstehung
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Schauspiele des M. A.); Thetis, die Wassergöttin hat heut dort keine Macht;Bachus(auch Bochous) herrscht heut dort; die Brunnen des Paradieses lassen Wein statt Wasser flielsen. Drei Jungfrauen, Mercy, Grace und Piee, schenkenthe wynes of attemperaunce, of good governance, and of comfort and consolation. An diese weinspendenden Brunnen(pwellis) knüpft sich ein Wortspiel mit dem Namen des Mayor, JTohn Welles(For to accordyne with the maiers name) ³). Grünende Bäume mit Früchten aller Art beladen vervollständigen das Bild eines M. A. Paradies- gartens; auch Henoch(Ennok) und Elias(FElye) fehlen nicht; es fehlt nur der gute Schächer, Demas. Die nächste Station zeigta castelle bylt of jasper grene, welches seine Türme hell in der Sonne erglänzen läſst und des Königs Rechtstitel auf England und Frankreich versinnbildlicht, in zwei grünen(Stamm-) BäumenFro Seynt Edward and ffro Seynt Lowys; die Wurzel der Bäume ist von Rittern umgeben, welche teils die englischen Leoparden, teils die französischen Lilien zeigen. Auf der Rückseite der Burg ist ein anderer Baum abgebildet, welcher die Abstammung Christi, der Wurzel aus Jesse, zeigt; diese Seite ist der Paulskirche zugewendet, dem nächsten Ziele

des königlichen Zuges(Poulys, chieff chirche of this citee), vor welcher ihn ein Abbildof the

trinité begrüfst; in der Kirche wird der König von der hohen Geistlichkeit empfangen und wendet sich dann, immer noch von Mayor und Bürgerschaft begleitet, nach Westmynster. Abt und Mönche empfangen ihn feierlich in der Abtei, er besucht die Reliquien des heiligen Eduard, und

es wird vor der freudig bewegten Menge ein feierliches Tedeum gesungen. Dann zieht sich

der König in seinen Palast zurück; am Sonnabend darauf ziehen Mayor, Sheriffs und Aldermen, um dem Königea hampyr of gold that schene schone zu überreichen, mit 1000 Pfund in Gold darin. Den Schlufs des Gedichtes bildet eine Aufforderung an London, sich des chrenvollen Ein- zuges zu freuen. Das Gedicht ist dem Mayor und den Bürgern gewidmet. In der Bezeichnung: In thi begynneng callyd new Troy ist unzweifelhaft eine Beziehung auf die sagenhafte britische Vorgeschichte zu erkennen, von deren historischer Wahrheit man damals wohl sicher überzeugt war.

Im Jahre 1554, als Philip II. und Maria die Katholische ihren Einzug in London hielten, standen zwei Bildwerke(images) auf London Bridge, die zwei Riesen darstellten, der eine Corineus, der andere Gog-magog geheiſsen, und hielten zwischen sich lobpreisende lateinische Verse, und als Elisabeth durch die Stadt zog, am Tage vor ihrer Krönung, den 12. Jan. 1558, waren diese Riesen auf Temple-Bar aufgestellt, zwischen sich, in lateinischer und englischer Sprache, eine poetische Aufzählung aller an jenem Tage ausgestellten pageants.

Aufzüge des Lord Mayor zu Wasser nach Westminster werden schon 1438 erwähnt; seit Sir John Norman's Mayoralty, im Jahre 1453, werden sie eine regelmälſsige Einrichtung. Besonders ausführlich beschrieben ist ein solcher, gelegentlich der Krönung von Amne Boleyn, 1533; es ist dies zugleich die erste Beschreibung der vollständigen pageantry beim Amtsantritt eines Lord Mayor(Hall, London 1548, bei Fairholt I. 9 sq.).

Malcolm, Londinium Redivivum II. p. 42. 43, giebt aus den Büchern der Wonmongers Company die erste eingchende Rechnung über einen regelmäſsigen Lord Mayor's Show, 1566. Ein Bericht vom Jahre 1575 liefert eine gute Vorstellung von dem gewöhnlichen Gange der Feierlich- keiten unter Elisabeths Regierung(Fairholt I. 20 sq.). Am Tage Simonis und Judae tritt der Lord Mayor sein Amt an; am nächsten Tage zieht er mit allencompanies in Staatsbarken

¹) Solche Wortspiele mit dem Namen des Mayor sind auch in späteren pageants häuflg.