Aufsatz 
Zu den Sagen von Gog und Magog : wissenschaftliche Beilage zum Programm der Sophien-Realschule, Ostern 1882 / von Hugo Bieling
Entstehung
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Aufmerksamkeit wert, als die ersterbenden Reste vermuten lassen, die noch alle Jahre zur öffentlichen Schaustellung gelangen, und gewähren einen Einblick in die Sitten und Gewohnheiten der Zeit; einige, besonders von den früheren, sind auch in literarischer Beziehung merkwürdig(s. Fairholt I. Preface).

Die engen Beziehungen zwischen derartigen Aufzügen und den frühen dramatischen Vor- stellungen, Mysteries und Miracle Plays, und ihren mehr weltlichen Nachfolgern, bei denen Biblisches und Legendenhaftes sich mit antiken und volkstümlich-heidnischen Elementen mischt, unterliegen wohl keinem Zweifel. Die Analogien, die Fairholt zwischen England und seinen Nachbarländern Frankreich und den Niederlanden findet(besonders Flandern und Antwerpen), liefsen sich unschwer auch auf Deutschland ausdehnen, wo ja bis auf den heutigen Tag derartige Aufzüge noch stattfinden und sogar die Passionsspiele sich an einigen Orten erhalten haben. Zahlreich und früh sind die Beziehungen Englands, abgesehen von Frankreich, zu Flandern. Besonders eng sind die Be- ziehungen und Ahnlichkeiten zwischen den Londoner Aufzügen und demgrooten Omm eganck von Antwerpen(s. Fairholt I. Preface p. VI sq.); selbst die Abbildungen zeigen groſse Xhmlichkeit mit dem, was die Londoner Stadtdichter beschrieben. So hat der Riese(ib. p. XXI) grolse Xhnlichkeit mit den Londoner Riesen, und der Höllenrachen(p. XXX) ist der auch aus anderen Holzschnitten bekannte Höllenrachen der Mysterienbühne.

Die Namen der Riesen erscheinen erst in späterer Zeit; die Aufzüge selbst schon früh, namentlich, wie auch in Antwerpen, und auch jetzt noch in Deutschland, zur Einholung hoher, besonders fürstlicher Persönlichkeiten. Man nannte diese Ridings; to ride against war auch ein ganz passender Ausdruck für solche Empfangsſeierlichkeiten(entgegenreiten), da der Lord Mayor und die vornehmere Bürgerschaft den Fürsten bei ihrer Einholung gewöhnlich bis Blackheath entgegen- ritten. So sagt Chaucer von seinem lustigen LehrjungenPerkin Revelour:who loved bet. the tavern than the shoppe:when ther any riding was in Chepe; Out of the shoppe thider wold; he lepe, And til that he had all the sight ysein, And danced wel, he wold not come again. (The Coke's Tale, cit. von Fairholt I, 2).

Der frühste Einzug dieser Art, mit einem Aufzug der Bürgerschaft und feierlicher Aus- schmückung und bildlichen Darstellungen in der City verbunden, ist der von Matthew Paris beschriebene, gelegentlich des Durchzuges König Heinrichs III. und seiner Gemahlin Eleonore von provence qurch die City nach Westminster; ähnliche Feierlichkeiten fanden gelegenitlich der Ver- mählung von Heinrichs Tocliter im Jahre 1252 statt. Die Citygilden, die später im Aufzuge des Lord Mayor eine so wichtige Rolle spielen, werden zu ersten Mal erwähnt bei dem Einzuge Eduards I. nach seinem Siege über die Schotten 1298.

Walsingham, in seinem Berichte über den Empfang König Richards II. 1377, hat die erste ins einzelne gehende Beschreibung eines Pagcant, in der neueren Bedeutung des Wortes, geliefert. Dieser Pageant war am oberen Ende des alten Marktes, the Cheap, errichtet, der auch späterhin ein besonders beliebter Punkt für Aufstellung ähnlicher Darstellungen war, in Gestalt einer Burg mit vier Türmen; von den Seiten des Gerüstes flols Wein in reichen Strömen. Auf jedem Turme stand eine Jungfrau in weilsem Gewande; bei der Annäherung des Königs streuten diese Jungfrauen ihm goldene Flitter und nachgebildete Goldgulden und poten ihm und seinen Begleitern Wein aus goldenen Bechern. Ein vergoldeter Engel stand auf dem Dache der Burg