Aufsatz 
Einige das Gießer akademische Pädagog besonders dessen Bibliothek und deren Gründer Jac. Theod. Franz Rambach betreffende Nachrichten und Bemerkungen : Einladungsschrift zu den am 9., 10. und 11. April 1829 im akadem. Pädagoge anzustellenden üblichen Prüfungen und Redeübungen / von Joh. Val. Klein
Entstehung
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Durch dieſe Stelle wird deutlich, daß vieles, lange noch nicht alles, in den erſten Siebenziger Jahren zeitgemaͤßer eingerichtet worden; wird einigermaßen deutlich, wie nur durch reibende Geſammtumſtaͤnde des Paͤdagogs, nicht durch einſei⸗ tige Liebhaberey oder Planmacherei der Bibliotheks⸗Gedanke, als Sorge und Ringen fuͤr Andere, im treuen Arbeiter an der alten Werkſtätte her⸗ vorſprang; daher deutlich ſeine Liebe fuͤr die ſonſt ſo geringfuͤgig ſcheinende Veranſtal⸗ tung; ſie war errungen zur Ehre und zum Nutzen der ungebuͤhrlich ver⸗ kleinerten Werkſtaͤtte.

Eine andere ſittliche Seite ſeiner Freude und Liebe an der kleinen biblioth. An⸗ ſtalt offenbart ſich in einem andern ſeiner Aufſaͤtze aus der Zeit:Unterthaͤnige Vorſtellung von der Beſchaffenheit und den wahren Urſachen eini⸗ ger Gebrechen des Fuͤrſtl. Paͤdagogs. Zuerſt des Mangels der Schuͤler an guten Sitten erwaͤhnend; ſagt er:dieſer, der ſich aber mehr außer, als in dem Paͤdagoge zeigt, wird von uns allen mit inniger Betruͤbniß erkannt und dagegen aus allen Kraͤften gearbeitet; doch in Anſehung vieler ohne gewuͤnſchte Frucht. Ich beſonders kann vor Gott verſichern, daß ich mir zu allen Zeiten nichts zur groͤße⸗ ren Angelegenheit gemacht, als gute und liebenswuͤrdige Sitten bei unſerer Jugend einzufuͤhren. Ich habe mich dazu unermuͤdet der dringendſten und zaͤrtlichſten Ermah⸗ nungen bedient, auch deutſche Reden von der Beſchaffenheit und Nothwendigkeit guter Sitten halten laſſen. Ich habe, weil ich merkte, daß ein plumper Koͤrper bei den meiſten ſehr viel beytrage, es dahin gebracht, daß woͤchentlich zweymal im Paͤdagoge Anweiſung zum Tanzen gegeben wurde, wobey ich füͤr einige ganz arme Schuͤler das Lehrgeld bezahlte. Da ich aber mit Betruͤbniß ſehe, daß viele, die ziemlich tanzen gelernt, bey aller daneben angewandten Muͤhe zur Cultivirung des Herzens, dennoch außer der Tanzſtunde Plunp und ungeſchliffen bleiben, ſo verſiel ich auf den Gedanken, durch Anlegung einer Paͤdag.⸗Bibliothek, aus den beſten deut⸗ ſchen Schriften, ſonderlich derer, die zur Bildung des Herzens und Geſchmackes ge⸗ ſchrieben worden.. u. ſ. w..

Demnach iſt alſo auch der Vorſchlag zur Einfuͤhrung der Tanzſtunde im Pädagog freylich wurde dieſelbe bis jetzt wenig benutzt! Rambachs wohl⸗ gemeintes Verdienſt.

Aus welchem Geſichtspunkte man aber damals noch unſere paedagogicos und ihre oͤffentlichen mores zu betrachten pflegte, geht unter andern deutlich aus dem votum eines Lehrers der Zeit hervor, welcher eifrig die Nothwendigkeit, daß die Schuͤler des Paͤdagogs ferner Maͤntel truͤgen, beſonders aus dem Grunde zu beweiſen ſucht, damit ſie nicht oͤffentlich mit den Stadtſchuͤlern und Lehrpurſchen verwechſelt wuͤrden.

So war es denn wirklich nur die Alte Zeit, die grade damals in vielſeitigere Beruͤhrung und nicht unbedeutenden Streit mit der Neuen gerieth, und ein wuͤrdiger, von allen Seiten und Partheien durchaus anerkannter, beſcheidner mo⸗