Aufsatz 
Einige das Gießer akademische Pädagog besonders dessen Bibliothek und deren Gründer Jac. Theod. Franz Rambach betreffende Nachrichten und Bemerkungen : Einladungsschrift zu den am 9., 10. und 11. April 1829 im akadem. Pädagoge anzustellenden üblichen Prüfungen und Redeübungen / von Joh. Val. Klein
Entstehung
Einzelbild herunterladen

414

wuͤrde, alles, was die Acten daruͤber nachweiſen, uͤberhaupt, und wie oben diplomatiſch, vorzulegen, ſo gewiß Einiges, als Altes, nicht ganz Veraltetes Manche, die nur dem Neuen zu huldigen pflegen, minder anziehen moͤchte; ſo duͤrfen doch wohl noch einzelne erlaͤuternde Notizen daruͤber beygefuͤgt werden. Als drey Jahre vor der Bibliotheks Grundung eine anonyme, in Abſchriſt bey den Acten liegende, Wetzlar den 25. Januar 1700 datirte Anklage bey Hof das Paͤ⸗ dagog faſt nach allen Beziehungen in den tiefſten Schatten geſtellt und bey der Uni⸗ verſttät, die zu Abſtimmungen deßhalb veranlaßt wurde, die gegenſaͤtzlichſten Meinungen anfgeregt hatte, wurde auch Rambach zu vielen Aufſaͤtzen nnd Berichten aufgefodert. Aus ihnen geht hervor, daß die meiſten und zweckmaͤßigſten Verbeſſerungs⸗ Anſichten der verſchiedenen Stimmen ſchon in Rambachs verlangten Vorſchlaͤgen enthalten waren. Sein Aufſatz:Anmerkungen uͤber die vota der Profeſſoren, die Verbeſſe⸗ rung des hieſigen Paͤdagogs betreffend, zeigt, wie der Eine Praͤmien fuͤr die Schuͤler, der Andere zweckmaͤſigere Compendien will, Andere Certiren der Schuͤler, Programme, keine Donnerſtags⸗Kirche, dafuͤr Geſchichte u. a.; beſſeres Ineinandergrei⸗ fen der Lectionen und Stunden u. ſ. w.; wie Mehrere ſogar zwei auslaͤndiſche Unterſuchungscommiſſarien verlangen, Andere dagegen ſind, wohl auch in Witz und Lauge ſelbſt Perſonliches nicht ſchonen. So ſehr dieß alles leider in der Natur olcher Umſtände und Verhaͤltniße liegen mag, ſo tröͤſtlich auch begruͤndete viel⸗ ſeitige heche nan der geachtetſteu Maͤnner, das Vertrauen und die Liebe der Schuͤler ſeyn mag, erheiternd iſt ppicher Wirkungskreis nicht, und ſelbſt der Bravſte, der nach dem Sprichworte zumeiſt den Fahrlohn zahlen muß, wird endlich mude. Mehrfach werden Rambachs Vorſchlaͤge als zu befolgen erwähnt; konnte ihn zedoch das ent⸗ ſchaͤdigen dafür, daß man die alte Lieblingswerkſtaͤtte, in der er ſo treu und umſichtlich wirkte, ſo auf einmal und ſo lieblos in allen alten Fugen erſchuͤtterte mit allſeitigem Tadeln aus einſeitigen Geſichtspunkten?Den Lehrern Zulage und Anſehen, ſagt eine ſchriftliche Univerſitaͤts⸗Stimme, ſie ſind alle brav,und ſelbſt die Feinde werden dem Paͤdagogiarchen nachſagen, daß er das Schulweſen verſtehe; nin Erledigung des Pädagogiarchats aber ſoll daſſelbe mit der Erſten Lehrer⸗ ſtelle verbunden werden. Nicht lange währte es, ſo giengen, wie oben erwäͤhnt, die Lehrer faſt alle. In einem Privatberichte Rambachs, wahrſcheinlich aus dem Jahre 1773 od. 74, den er, wie jeder Lehrer, auf höchſten Befehluͤber die dermaligen Ge⸗ brechen des Päͤdag ogs einreichen mußte, äußert der Verfaſſer, der Verdienſte des Pädagogiarchen erwaͤhnend:wenigſtens darf ich mit dem beſten Gewiſſen verſichern, daß die innere, zum Theil aus dem beyliegenden Lehrplane erſichtliche Verfaſſung nie ſo vollkommen, als jetzo geweſen, weil ich mir alle Materialien zu einer vollſtaͤndigen Pädagog⸗Hiſtorie geſammelt und daraus den jedesmaligen Zuſtand des Paͤdagogs zu nerſehen faͤhig bin. Es ſind auch von Zeit zu Zeit audere zur Aufnahme des Paͤda⸗ gogs ſehr vortheilhafte Anſtalten, von benanntem Paͤdagogiarchen vorgekehrt worden, worunter neuerlich eine aus einem geringen Fond errichtete Bibliothek.