—Mö
1)„die Schuͤler ferner genau an die vorgeſchriebenen Geſetze zu binden, 2)„kein Buch an Fremde, am wenigſten an Studenten, zu verlehnen,
3)„am Schluſſe jedes halben Jahres die ſaͤmmtlichen Buͤcher, ſo verlehnet, herbek⸗ „geben zu laſſen und die ganze Bibliothek mit dem catalogo zzu vergleichen,
4)„nie ein Buch eher auszugeben, als bis der Zettel eingelegt worden und nie „den Zettel zuruͤck zu geben, als bis man das darauf angezeigte Buch in „Haͤnden hat,
5)„immer nur Einen Aufſeher, der allein den Schluͤſſel baben muß, darüͤber zu „beſtellen, der ſie von ſeinem antecessore collationirt mit dem catalogo „empfaͤngt und, daß er ſie komplet gefunden, beſcheinigt. So hat ſie auch „jetzo mein wertheſter Hr. College, M. Borck, der allein von 4 Lehrern bey „Paͤdagoge geblieben, von dem bisbherigen treuen Aufſeher, dem Herrn Mag. „Kreusler, jetzt vocirten Rector und Director des Gymnasii zu Corbach er⸗ „halten. Der Segen des Herrn ruhe ferner auf dieſer Anſtalt und dem ganzen „Paedagogio!“——
Gießen den 6. Maͤrz 1775. 5 1 Mag. Jac. Theod. Franz Rambach Conrect, des Gymnaſ. zu Frankfurt.
C.
Der Segenswunſch des Stifters gieng wohl vielfaͤltig ſeit einem halben Jahr⸗ bundert in Erfuͤllung. Es begann eine neue Zeit an unſerem Paͤdagoge. Mit Ram⸗ bach und Kreusler war nehmlich auch ein dritter Lehrer Roͤchling,(letzterer an das Gymnaſium zu Worms,) abgegangen, und da kurz zuvor noch ein vierter geſtorben und deſſen Stelle noch nicht beſetzt war, ſo geſellten ſich zu dem Paͤdagogiarchen und dem einen zuruͤckgebliebenen Lehrer nur drey neue, die Lehrſtunden und die geringe Ein⸗ nahme der ausgefallenen Stelle unter ſich theilend.(Zeder erhielt woͤchentlich 4 Lehr⸗ ſtunden und jaͤhrlich 60 fl. mehr.) Die ganze Organiſation wurde geaͤndert und zwar meiſt nach Rambachs Anſichten und Vorarbeiten, wie aus dem Weiteren ſich ergeben wird. Namentlich gewann die Schule auch ein nicht unbedeutendes aͤußeres Le⸗ benszeichen; man ſieng nehmlich ſogleich an, auch Programme zu ſchreiben, erſt halbjaͤhrlich, ſeit 1803 jaͤhrlich. Die Anſtalt trat ſomit periodiſch und mehrſeitig auch vor das groͤßere Publikum, und zwar ununterbrochen, nun ſchon ſeit laͤnger als einem halben Jahrhundert. 1 Und ſo will ſie denn auch gegenwaͤrtig davor treten in ernſter Erinnerung aus einer ihrer critiſchſten Lebensperioden. So wenig es ſich aber ziemen


