Aufsatz 
Einige das Gießer akademische Pädagog besonders dessen Bibliothek und deren Gründer Jac. Theod. Franz Rambach betreffende Nachrichten und Bemerkungen : Einladungsschrift zu den am 9., 10. und 11. April 1829 im akadem. Pädagoge anzustellenden üblichen Prüfungen und Redeübungen / von Joh. Val. Klein
Entstehung
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12 Die Univerſttaͤt hatte das kleine praemium pro examine ſ(halbjäbrlich) 4 11 fl., das von den alteſten Zeiten her dem Paͤdagogiarchen nach einem Fuͤrſtl. Reſeripte mußte ausgezahlt werden, wofuͤr er auch den professoribus und praeceptoribus etwas Wein und Bretzel bey den Nachmittags⸗examinibus vorzuſtellen hatte, eben damals zwey Jahre eingezogen, unter dem Vorwand, daß alle Schmauſereien von Hof verboten ſeyen. Dieſes eingezogene Geld betrug nun Aà4 fl.*) Ich kam auf den Einfall, mir dieſe, mit einer kleinen Zulage von 6 fl. als ein Geſchenk zur Bibliothek auszubitten und erhielt es leicht unter dem Rectorat des großen Goͤnners unſeres Paͤdagogs, des Herrn Geh. Reg. Rath Gatzert. Ich hatte alſo nun 50 fl., die zur Beſtreitung oben benannter Unkoſten noͤthig waren. Dafuͤr ſchaffte ich an: 1.) einen ſchoͤnen großen Schrank fuͤr 21 fl., der ganz neu gemacht wurde. 2.) einen globum terres- trem à 9 fl. 15 kr.; 3.) zwey Homäͤnniſche Schulatlanten, zu 9 fl.; 4.) einen At- lantem Germaniae specialem in vier Baͤnden von 155 Charten, à 16 fl. 30 kr. Dieß thut aber zuſammen 55 fl. 45 kr.**). Ich legte alſo noch 5 fl. 45 kr. aus dem Meinigen zu. Denn ich brach mir lieber bei der kuͤmmerlichſten Beſoldung ſelbſt ab, ehe es dem von mir ganz zaͤrtlich geliebten Paäͤdagog an etwas ſehr Noͤthigem fehlen ſollte. So dachte und that ich bei aller Gelegenheit, wie nicht nur noch an⸗ dere dem Paͤdagog gemachte Geſchenke, ſondern auch keine geringe Anzahl armer Gymnaſtaſten, die ich immer nach allem Vermoͤgen unterſtuͤtzet, beweiſen koͤnnen. Ja ich kann mit Wahrheit verſichern, daß ich bloß deßwegen ledig geblieben, um mich nicht außer Stand zu ſetzen, dem Paͤdagoge beyzuſtehen und ihm mit Luſt zu dienen: Nun aber, da ich durch die neueſten unausſtehlichen Kraͤnkungen und Verlaͤumdungen des Paͤdagogs endlich, nach 17jaͤhrigen mit ſolcher Treue geleiſteten Dienſten, be⸗ wogen worden, das paedagogium zu verlaſſen und in Frankfurtiſche Dienſte zu gehen***); ſo hoffe ich doch noch zu Gott, er werde dieſe mit ſo viel Muͤhe, Treue und Sorgfalt geſammelte Bibliothek fuͤr untreuen Haͤnden und nachlaͤſſigen Aufſehern bewahren. Ich verſpreche mir auch dieſes deſto gewiſſer, je leichter Jedermann einſe⸗ hen kann, daß die Verwahrloſung einer ſolchen gemeinnuͤtzigen und patriotiſchen An⸗ ſtalt eine ſchwere Verſuͤndigung ſey. Die beſten Mittel aber zur ſicheren Erhaltung des ganzen Vorraths werden folgende ſeyn:

*) Ueber Vierthalb Tauſend Gulden waren demnach bis bahin ſeit der Gründung des Paͤba⸗

gogs als praemia pro examine für Wein und Bretzeln ſchon.... wohl angelegt worden! Für die Schüler aber gab es damals noch keine praemia.

**) Alles Genannte iſt noch vorhanden; das 3te ausgenommen. Der glohus iſt ſeit 57 Jahren noch in faſt täglichem Gebrauche. Wie mancher Leſer aus der Zahl der anderthalb Tauſend Schüler, die ſeitdem das Pädagog frequentirten, dürfte dieſer Gegenſtände aus ſeiner Jugendzeit mit welchen Nebenerinnrungen! vielleicht noch eingedenk ſeyn!

**) Grade in dem Lebensalter, in welchem der Vater geſtorben war, verließ der Sohn die Vaterſtadt.