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Mit ähnlicher Milde aber werden wir dann auch das zu beurtheilen haben, was er alsbald vom Horizonte sagt. Die verschiedenen Lagen des Horizonts gegen die Punkte und Kreise der Himmelskugel werden übrigens oft von den Alten besprochen, z. B. von Achilles Tatius I. c. und von Proklus in seiner Sphaera p. 238 ed. Basil. 1535. fol. In V. 651. deutet Manilius zuerst an, wie der Horizont bei Reisen nach dem Pole sich immer mehr der Lage des Aequators (Circulus Aequinoctialis) nähert. Hat er dies Ziel erreicht: so steht der Pol im Zenith, alle sichtbaren Sterne bewegen sich parallel mit dem Horizonte, es entsteht die Sphaera parallela. Medius orbis nennt er den Aequator, weil er in der Mitte der Himmelskugel zwischen den beiden Polen liegt.»Ad medtium meddiumçue dixit prisca elegantia, ut candidior candidiorque⸗ (Scaliger: Castigationes et notae in M. Manilii Astronomicon. Argentorati 1655. 4. pag. 81). Der Ausdruck repente könnte auffallen; aber er passt doch recht gut zu volitabit v. 650. und dazu, dass der Horizont mit jedem Schritte des Beobachters seine Lage im Himmelsraume ändert.
V. 652. Nunc seplem ad stellas, ad Septentriones, nach dem Nordpol. Hat der Horizont diesen Punkt erreicht, so dass die beiden Pole in seinem Umkreise liegen: so gehen alle Sterne rechtwinklig zu demselben auf, es entsteht die Sphaera recta.
Nunc mola sub astra. Diese Lage nimmt der Horizont an, wenn der Beobachter weder auf einem bestimmten Punkte, dem Nord- oder Südpole, noch unter einer bestimmten Kreis- linie, dem Aequator, steht; sondern zwischen beiden seinen Standort wechselt. Dann wechselt auch die Lage der Gestirne(astra moventur), d. h. Sterne, die ihm früher auf- und unter gingen, werden stets sichtbar und durchschneiden den Horizont nicht mehr, andere haben das entgegengesetzte Schicksal. Cum loco terrae coelum movetur et astra. Vgl. V. 637. Es ist die Sphaera obligua.—»Nos sidera mola a Manilio dicta credimus, quae supra horizontem vel infra eundem se movent.— Ea solum moventur astra, ο π τυων niovra, quae oriuntur et occidunt. Quare septem stellis, i. e. trionibus opponit mota astra«.(D. Petav. I. c. Variar. dissert. lib. VII. pag. 288).
Endlich unterscheidet Manilius von V. 653 an nach dem Vorgange des Geminus(s. oben S. 14.) den irdischen oder geographischen Horizont(aioαmννν) von dem bisher beschriebenen astronomischen. Denn er redet nun von der Ortsveränderung auf der Erde und von der Er- scheinung, dass sich mit jedem Schritte die Aussicht auf der Erdoberfläche sowie die Ansicht des Himmels ändert. Unter arcus V. 655, ist nämlich wohl das bogenähnliche Stück der Erd- oberfläche zu verstehen, welches der Reisende vor sich neu erblickt, während ihm ein eben so grosses in seinem Rücken verschwindet.
V. 658.— et cum pisu pariler sua fila movente. Jenes bei Reisen gewonnene und verlorene Bogenstück zeichnet den Himmel mit einer neuen Begrenzung und bewegt mit der irdischen Aussicht(cum visu) zugleich seine Linien am Himmel.
Der Schluss der Beschreibung, V. 659— 661, bestätigt unsere so eben ausgesprochene
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