Aufsatz 
Die platonische Sprachphilosophie / dargest. von Julius Deuschle
Entstehung
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keit selbst vertraute, andererseits aber nicht unfehlbare, zwischen Sein und relativem Nicht- sein schwebende dsa übrig. Ueber das Individuum hinweg beansprucht sie schon allge- meine Anerkennung und sucht wenigstens der Möglichkeit nach, das Wesen zu erfassen, und wieder zu geben. Grade auf dieser Stufe erwacht auch das Bedürfniss der 5ασααxνς zuerst, die theils im Unterscheiden, theils im Verbinden ihre Kraft hat. Sollte es befremden, dass man dann auch genöthigt sei, die Sprache in Bezug zu setzen zu dem materiellen Dasein, das als Nichtseiendes nicht erkennbar sein soll, so möge man dagegen Folgendes beherzigen. Das eigentlich Materielle und Nichtseiende verschwindet nur in einem einzigen Begriffe, dem dreigov, dem Raum oder dem unendlichen Auseinander. Im Uebrigen ist in der Erscheinung die Idee und in dieser die Erscheinung mit enthalten. Beiden kommt nur ein und dasselbe wahre Sein zu; zwischen beiden darf keine essentielle Verschiedenheit gesetzt werden. Bleibt also zwischen beiden eine Kluft unausgefüllt, so bleibt sie es nur für uns, die wir mit unseren Anforderungen herantreten, nicht für Plato, und am wenigsten kann sie einen Einfluss auf die Anschauung der Sprache haben. Nichtsein gelangt nur insofern in die Sprache, als etwa vermöge der falschen bSa ein falscher Begriff abstrahirt wäre; und dieser würde durch die konventionelle Gültigkeit des Wortes doch gleichgültig gemacht. Vermöge der freilich nur sinnlich vorhandenen einzelnen Buchstaben ist das Wort allerdings mit einem Nichtsein behaftet, das es hindert, den Begriff zur Vollkommenheit zu vertreten. Dies weist der Sprache ihre eigenthümliche Stellung an, dass sie, wie die Erscheinungswelt ein Abbild der objektiven Ideen, so selber ein Abbild und Symbol der subjektiven Begriffe und Gedanken ist, so dass sie mitl diesen an der Erkenntniss der Ideen, ihrer Form nach aber an dem Nichtsein der Erscheinungen Theil hat. Darum weise ich die Bildung der Sprache nur der Einen Stufe, der dGa zu und halte es für eine Verkennung der platonischen Psychologie, wenn sie Steinhart aus dem Zusammenwirken des selbstthätigen Gedankens und der natürlichen Empfindung hervorgehn lässt. Vielleicht klingt es auch schön, aber gewiss nicht antik, wenn er die Entstehung und erste Ausbildung der Sprache plato einer Zeit zuschreiben lässt, wo die Phantasie noch mächtiger war, als der Verstand. Das Alterthum war nirgends ohne die Phantasie und darum scheidet es gar nicht, wie wir leider müssen, diese von dem nüchternen abstrakten Verstand. Am wenigsten charakterisirt der Grieche Zeiten nach solchen Begriffen; denn er kennt nur Individuen!

Vielleicht vermisst es Jemand, dass Brandis Ansicht bis jetzt nirgends weder in aner- kennender noch berichtigender Weise in dieser Arbeit vorgekommen sei. Und doch hat er der platonischen Sprachphilosophie ein ganzes Kapitel CVII. S. 284 ff. gewidmet. Ich glaube ein weiteres Eingehen darauf nicht nöthig zu haben, wenn anders diese Blälter meine eigene, in den meisten Punkten der seinigen entgegen laufende Ansicht, klar genug