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und welche Bedeutung hätten alle jene Gegenbeweise gegen die aus der Sprache zu schöpfende Erkenntniss, die er bei der Voraussetzung sogar eines wirklichen Dialektikers als Wortbildners gleichwohl vorbringt, wenn doch in jedem einzelnen Menschen schon die Erkenntniss der Ideen so stark wäre, dass daraus mit Naturnothwendigkeit auch von neuem eben dieselbe, wie der Uebrigen, Sprache hervorginge? Alles dieses umgekehrt, sind Konsequenzen aus Dittrichs Ansicht, die er uns freilich verschwiegen hat. Und wahrlich diese Theorie ist nicht so überzeugend und grossartig, selbst wenn sie von Plalo so aufgestellt wäre, dass sie ein Recht gäbe auf Wilhelm von Humboldts sachgemässe Be- scheidenheit herabzublicken, mit der er erklärt, dass der Zusammenhang der Vernunfl mit der Sprache in seiner innersten, tiefen Entstehung dem Menschen stets ein Mysterium bleiben werde. Mit seiner eigenen Ansicht scheint mir dagegen Dittrich selbst in Wider- spruch zu gerathen, wenn er Cap. II. damit schliesst, die 9εαι beziehe sich auch ad res, quae ante nondum cognitae, nomen, quamvis et hae consentaneum, requirunt. Denn nach Obigem würden Dinge, die neuerdings erst zur Kenntniss der Menschen gelangten, ganz auf demselben Standpunkt sich befinden, wie längst erkannte. Der Mensch würde dieselbe Vertheilung der Buchstaben nach deren Ideen auch hier anwenden, ganz wie bei den alt überkommenen Worten. Dittrichs Hauptfehler sche ich darin, dass er das logische Element im Sprechen nicht lostrennte von dem phonetischen in der Sprache und darnach auch die logische Thatsache des Redens im Satze mit dem erst zu suchenden metaphysischen Verhältniss der einzelnen Worte zu den Ideen, als dem eigentlichen Sein der Dinge ver- wechselte. Ich glaube, Niemand wird, wenn er seine Exposition gelesen hat, genau die Art angeben können, auf welche nun eigentlich aus dem Begriff das Wort als phonetisches Resultat entstehen solle; ich will Niemand zumuthen, dass er ähnlich empfinde, als ich; aber mir wenigstens kommt das Gefühl an wie einem, dem man von einem hohen Stand- punkt aus eine schöne Aussicht zeigte, ihn dann aber auf demselben Punkte im Kreise herumdrehte, mit verschwommener Wiederkehr der alten Ansicht in Erwartung neuer. Was von dem Verhältniss des Gedankens und der Rede gilt, das gilt darum noch nicht von dem Verhältniss des Worts und des Begriffes; jene sind auch durch das logische Band gewisser- massen eins; hier aber soll realiter das Wort den Begriff in sinnenfälliger Gestalt wieder- spiegeln; dort gelten nur die Gesetze des Denkens, hier die der lautlichen Eigenthümlich- keit der Buchstaben eben sosehr, als der Inhalt des Begriffs. Kann uns also der Versuch, jenes logische Verhältniss in unsere Frage einzutragen, keine Klarheit verschaffen, so müssen wir uns nach einer anderen Ansicht umsehen.
Soviel steht uns fest, dass die Namen der Dinge deren Wesen wiedergeben, ferner dass eben darum, weil sie nur das Wesen in der Einheit des Begriffes benennen, die


