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den erscheinenden Dingen. Es lässt, sich noch eben so gut denken, dass die Worte kür die allgemeinen Begriffe aus der Anschauung der Ideen unmittelbar entsprossen seien, dass man also den analytischen Weg zu dem vielen Erscheinenden eingeschlagen habe, oder dass man auf dem synthetischen von der einzelnen Erscheinung durch Abstraktion von den Eigenschaften zu dem Ausdruck des Allgemeinen gelangt sei. Man wird erkennen, wie viel Analogie in dieser Frage zu der über die Bildung der Begriffe liegt. Natürlich fällt dieser Unterschied weg, wo es sich um konkrete Dinge handelt, deren Namen eben sosehr für die einheitliche Idee derselben, als für die einzelne Erscheinung gelten oder homonym sein muss— wie elwa die Namen: Tisch, Bett etc.— aber die Frage nach dem Grund, dem Primitiven in der Benennung, bleibt auch hier.
Dittrich kombinirt nun weiter durch eine für ihn sehr folgenfruchtbare Voraussetzung: Litteras omnes suas habere ideas, ad quarum similitudinem accedant p. 54. Allein die An- nahme besonderer Ideen für die einzelnen Buchstaben widerspricht dem ganzen Geiste der Ideenlehre. Die Buchstaben werden auf ein und dieselbe Stufe gesetzt mit den allgemeinen abstrakten Begriffen, die ich von den Dingen aussage. Ideen können unter sich Ver- bindungen eingehen, und doch sind sie an sich nur eine Einheit. Das Zusammentreffen und die Verbindung verschiedener Ideen an einem Dinge hat gar keine Verwandtschaft mit der Zusammensetzung eines Wortes aus mehreren Buchstaben. Aber auch nur das, was seiner Natur nach ein Allgemeinbegriff ist, der vieles Einzelne umfasst, kann als Idee gedacht werden, insofern er das Sein oder Wesen des Erscheinungseinzelnen zusammenschliesst. Der Begriff Buchstabe oder Lautelement freilich ist ein solcher Allgemeinbegriff und es hat nichts gegen sich, eine Idee der Buchstaben zu selzen. Will man aber auch Ideen des a, des b etc. setzen, so haben diese keinen Inhalt mehr, der in einer werdenden Mannig- faltigkeit könnte angeschaut werden, und man müsste eben so gut Ideen runder, viereckiger, dreieckiger, einbeiniger, dreibeiniger Tische, als des Tisches überhaupt, eben so gut Ideen der gelben, rothen, grünen Farbe, als der Farbe überhaupt annehmen. Man muss viel- mehr die einzelnen Buchstaben in ihrem Unterschiede von einander, erst vermöge ihrer Theilnahme an dem allgemeinen Begriffe der Buchstaben, als in der Thätigkeit des Spre- chenden entstehend, denken. Die qualitative Natur, die jeder für sich in sich trägt, kommt ihm aus einer ganz anderen Quelle zugeflossen. Ich muss daher auf die bescheidene Selbstbefragung Dittrichs: Haud scio an jure meo ad hanc sententiam corfirmandam eo usus fuerim, quod Plato sacpius cogitandi leges et actionem cum litterarum et nominum con- junclione in orationem comparavit— eine verneinende Antwort ertheilen, indem hier das logische dem realen Verhältniss einer empirischen Wissenschaft allerdings entspricht, ohne darum dieses zu einem dialektischen Idealverhältniss emporzuheben. Der Soph. 262. D.


