Aufsatz 
Die platonische Sprachphilosophie / dargest. von Julius Deuschle
Entstehung
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Ahstand sci und die Wiedererinnerungslehre nur die Erklärung der Möglichkeit des letzteren in mythischer Form versuchen sollte. Ihm aber wird das Denken überhaupt mit der Ver- knüpfung der Ideen ohne Weiteres identisch; ebenso natürlich auch das Reden, nur als ein Abbild dieses Denkens. Allein die aus dem Soph. 259. E. angezogene Stelle hat eine ganz andere Bedeutung, als hier folgen würde. Ich mache nur darauf aufmerksam, dass in Beziehung auf die Rede nicht von einer υ‿mάόιιμοωιπν τν Oεν, sondern nur elbcv die Rede ist; sibos hat aber im Gegensalz zu der objektiven 1b(G die Bedeutung des subjektiven Begriſfs, in dem sich freilich auch eine Realilät gegenspiegeln muss, allein nicht, indem die ldeen, sondern die Begriffe auf einander bezogen werden; subjeklive Begriffe jedoch können auch nur Vorstellungen sein und haben mit den ldeen keine noth- wendige Identilät, daher hat jener Satz nur eine logische Bedeutung für die Möglichkeit des Prädicirens, das eben sowohl ein wahres als ein falsches sein kann. Aus Dittrichs Expo- sition liesse sich das Gegentheil beweisen.

Wir gelangen nun zu dem Hauptpunkte, der Homonymie der Erscheinungsdinge mit den Ideen. Diese steht als Thatsache unverkennbar fest; aber mit dem von Dittrich nichl berücksichtiglen Unterschiede, der bei allen abstrakten Begriffen hervortritt, dass den ldeen das Substantiv, den erscheinenden Dingen das Adjektiv zukommt. Ich darf dafür nur auf die von ihm citirten Stellen p. 52. A. 38. verweisen: Phaedo 102. B. Parm. 130. E. 133. C. Tim. 52. A. Aristot. categ. I. und auf die oben gegebene Deduktion über den grammatischen Unterschied beider Wortarten. Indess alles dieses bezieht sich nur auf die Prädikate, die wir den Dingen beilegen und zwar als solche, die sich selbst wieder unter bestimmten Kategorieen unterordnen lassen. Die Idee ist an sich, schliesst die Vielheit aus, daher kommt ihr der das bestimmte Wesen in einer Einheit zusammenfassende Begriff des Substantivs zu; in den Dingen geht dieser einheitliche Begriff in eine Vielheit auseinander, indem sie an dem Allgemeinen Theil haben, ohne den ganzen Begriff in sich aufzunehmen. So wird dieses in ihnen zu einer Eigenschaft, die vielfach wiederkehrt und in dem einzelnen Falle mil dem Adjektiv benannt wird, mit dem Subslantiv nur, wenn wir von dem Begriff oder der Idee selber reden, an welcher das Erscheinungsding Theil habe. Nach Tim. 52. A. steht das Ding mit der Idee in einem Aehnlichkeilsverhältniss, jedoch mit dem Unterschiede von dem Begriff an sich zu dem Wahrnehmbaren, dem Ungewordenen zu dem Gewordenen, dem Unvergänglichen zu dem Vergänglichen, dem nichts Anderes in sich Aufnehmenden, d. i. der individuellen Substanz zu dem immer Werdenden, d. i. der vielzerspaltenen Accidenz. Dergestalt kehrt das reale Verhältniss nicht nur logisch wieder, sondern offenbart sich auch phonetisch in der sprachlichen Form. Damit ist für die Ent- stehung der Sprache noch nicht entschieden, ob sie nach der Idee gebildet sei, oder nach

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