Aufsatz 
Die platonische Sprachphilosophie / dargest. von Julius Deuschle
Entstehung
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richligen Begriffe entsprechen. Da musste freilich die Einsicht in den Zusammenhang mit den Ideen fernliegen, wo die Entschuldigung für den selbstgemachten Vorwurf möglich war, dass Plato ausser Acht gelassen habe, wie die Akte der Begriffsbildung und der Worlbildung gar nicht von einander getrennt werden können und dass daher die Gedankenwelt eines Volkes wesentlich durch seine Sprache bedingt werde.

Eine kühne, und ich kann nicht läugnen, grossartige Beantwortung, ganz und gar von dem Standpunkt der Ideenlehre aus, leistet Dittrich im zweiten Kapitel seiner Prole- gomena. Allein trolz aller Abrundung und inneren Konsequenz fehlt der überzeugende Nerv der Wahrheit. Ich übergehe hier die vorausgeschickte Darlegung der im platonischen Kratylus gegebenen Gedanken und wende mich dem Gebiete der Kombination zu, auf das man sich leider zu wagen genöthigt sieht. Nicht ohne Grund erlaube ich mir in dieser Untersuchung Dittrichs Gedankengang zu folgen. Sein Ausgangspunkt ist die vorausge- setzte Richtigkeit der Idoenlehre. Daran schliesst sich p. 52: Quum ratio, quae inter res, quae sub sensus cadunt, et rerum ideas, intercedit, triplex cogitari possit, ut unam rem eandemque ad similitudinem unius tantum ideae comparatam quis dicat vel ut unam eandemque rem omnium simul idearum participem ponat vel ut unam eandemque rem ad plurium el diversarum idearum similitudinem sibi fingat faclam, Platonis e mente, qui recte sentire voluerit, tertiam illam rationem esse solam veram dicet, mit Bezug auf Soph. 251. C. 252. C. Uebersehen scheint mir hierbei vor Allem das höchst gewichtvolle Ver- hältniss der Ideen untereinander. Denn die ganze Lehre von der zouvcvia gilt grade für die Ideen selber, welche nicht blos als von einander abgesonderte, objektive Begriffe, sondern in gegenseitiger Gemeinschaft unter einander gedacht werden sollen, so dass, je höher hinauf die Allgemeinheit eines Begriffes steigt, desto tiefer hinab seine reale Wirksamkeit reichen muss. Von diesem metaphysischen Gesichtspunkt aus müssen wir alsdann die Inhärenz der Dinge in den Ideen festhalten, und den Wirkungskreis dieser als εοεαεέιαε in jene hinein versetzen, wie er als oονανia in dem wahrhaften Sein erschien; hinzu kommt der Begriff, welcher die erscheinenden Dinge von den Ideen wieder scheidet, der Begriff des drειρον, als zu Grund liegende Materie, mag sie nun identisch mit dem Raum oder als unterschiedslose Stoffmasse von ihm zu besondern sein.

Grösser noch ist der Widerspruch mit Platos Ansicht in dem Begriff des Denkens, den ihm Dittrich unterschiebt. Mit grosser Leichtigkeit, als ob Plato nicht viele Dialoge grade um der Schwierigkeiten dieses Verhältnisses willen geschrieben hätte, glaubt er gleich bei dem ersten Auffassen der sinnlichen Dinge eine Vergleichung dieser mit den Ideen unterlegen zu dürfen, deren der Mensch sich wiedererinnere, als ob nicht von dem Denken des gewöhnlichen Menschenverstandes bis zu dem des Dialeklikers nach Ideen ein weiter