Aufsatz 
Die platonische Sprachphilosophie / dargest. von Julius Deuschle
Entstehung
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dasselbe noch durch viele Beispiele erhärtet. Man vgl. nur Sympos. 198. B., wo sich jua auf die adjektivischen Ausdrücke bezieht, welche die Zierden des Eros prädiciren. Ib. 199. B. De rep. I. 340. E. V. 462. C. 464. A. 474. A. VIII. 562. C. Tim. 49. E. Die meisten dieser Stellen gehören anerkanntermassen einer späteren Zeit an, als die des Soph. Merk- würdig und beweisend bleibt aber vor Allem die Stelle des Crat. 399. B., wo die Verände- rung von Alιαμοω in AitXos vorgenommen wird, iva ävr! Hiαeσο νοωμα νπάπάνκνσνν(νντat, also aus einer Aussage, einer Art Satz und zwar ohne verbum! ein nomen hervor- geht. In den übrigen Stellen des Crat. 424. E. 425. A. 431. B. bleibt das Verhältniss dunkel, wogegen 426. E. nichts beweist, obwohl zu Beispielen allerdings nur verba gewählt sind; denn diese fallen natürlicherweise unter dieφ⁴άra. Jedenfalls aber trägt dies, wie die mit dem Soph. übereinstimmende Definition des Satzes 425. A. und 431. B. dazu bei, Clas- sens Annahme zu enlkräften, als sei zwar im Cratylus allerdings der Unterschied noch ein unsicherer, im Soph. aber bereits zu dem grammatisch technischen fixirt. Dem widersprechen natürlich zumeist die Stellen der Rep. und des Timaeus. Hat aber auch Plato wirklich nur nach jenem logischen Grunde den Sprachschatz geschieden, so lässt sich daraus zwar nicht entscheiden, ob er auch andere Redetheile gekannt habe; aber gewiss geht man viel zu weit, wenn man wie Schwalbe p. 55. mit Berufung auf die sehr zweifelvollen Plut. OQuaest. Plat. X. über diesen Klassen noch eine höhere Eintheilung in Begriffs- und Verhältnissworte statuiren will. Vielmehr umfassen ihm jene beiden vorläufig den ganzen Sprachschatz, weil der einfache Satz in ihnen aufgeht. Ein anderes Kriterium hatte er nicht; konnte auch nicht einmal zu einem tieferen Verständniss ihrer Form gelangen, da sich erst von der be- grifflichen Seite her der Unterschied von Deklination und Konjugation in dunkelem Gefühle Bahn brach. Ja Plato wird durch die logische Tendenz sogar dahin gedrängt, den Worten, welchen der Name ëröuara zukommt, nicht einmal gleiche Geltung mit den unter gia zusammengefassten zuzugestehen. Crat. 421. E. führt jene mit Recht auf diese zurück, in- dem ursprünglich jeder Name ein Prädicirendes sein muss und erst durch die Synthese an- deren Prädikaten gegenüber sich zu einem Subjektbegriff feststellt. So gesellt sich zu den äussern Zeugnissen für unsere Meinung ein trifliger Schluss aus innerem Sachverhältniss. Worin sollte man nemlich ein Kriterium zur Scheidung der nomina und verba gefunden haben, so lange man die Endungen noch nicht mit Bewusstsein von einander abhielt, wornach sollte man sich vorher richten, als dem im Satz gebotenen logischen Verhältniss von Subjekten und Prädikaten? und umgekehrt, hätte man wirklich nomina und verba schon wahrhaft zu scheiden verstanden, wie hätte dann noch der Unterschied ihrer Endungen und der Unterschied von anderen Wortarten ein Räthsel bleiben können? da doch von der Erkenntniss eines faktischen Verhältnisses bis zur Erkenntniss seiner mitgegebenen 2