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Bedingungen nur ein einziger Schritt ist. Darin liegt zugleich der Beweisgrund, warum man jene Trennung bei Protagoras noch gar nicht suchen darf, obwohl ihn seine rheto- rische Tendenz bis nahe daran, fast könnte man sagen, darüber hinwegführte. Allerdings lässt seine Unterscheidung der Geschlechter eine Zusammenfassung aller der Worte ahnen, welche jene zulassen, während seine 4 ι.ςσιρν X-⸗νοον und zumeist die Evroxy eine anderweite Ausscheidung aus dem gesammten Wortschatz anbahnten. So schr dies schon charakteristi- sche Beziehungen— den modus des verbum berührte, so war es doch nur aus rheto- rischem Interesse entsprungen und fehlte noch das logische Princip, das allein gecigen- schaftet war, die innere Verschiedenheit dieser Wortklassen ans Licht zu setzen, wenn auch vorest noch in zu allgemeiner Weise.
plato blieb hierbei nicht stehen. Ihn führte seine eigenthümliche Weltanschauung früher, als die Grammatik es ahnte, zu einer neuen und wichtigen Scheidung— von Substantiv und Adjektiv. Natürlich war auch diese mehr begrifflicher als formeller Art. Plato setzte der Idee die Erscheinung gegenüber und dachte jene als Einheit, diese als Vielheit, jene an sich seiend, diese theilhabend an jener. Der Erscheinung inhärirte gleichsam die ideale Substanz als etwas sie qualitativ beslimmendes und sich selbst in der Vielheit zertheilendes. Dem objektiven Seinsverhältniss musste der Begriff und sein Aus- druck entsprechen. Wurde die Idee an sich als Einheit gedacht, so hatte man den substantiellen Ausdruck nur im Substantiv; suchte man ihre qualitative Erscheinung, so war es ein dieser inhärirender Adjeklivbegriff, der, obwohl zurückweisend auf die Einheit der Idee, doch nicht die Substanz als Ganzes, sondern nur als eine zertheilte, das Allgemeine in dem Einzelnen vielfach spiegelnde Eigenschaft vorführte. Es wäre in der That be- fremdlich, wenn Plato diese Uebereinstimmung des sprachlichen mit dem metaphysischen Verhältniss nicht durchgefühlt haben sollte. Doch man vgl. Parm. 131. A. sio¹i Swai dr⁊a, dy Täde rà dX.Xa hsraxaBdvovra 7ds rcvuoias rde sir, Oov Oε⁶τmο Hér Herakavra ö,1α, s 6ν 8 HsydXa. Die Einsicht in dieses Verhältniss ist fürwahr schon zu einer solchen Klarheit herangereift, dass sogar ein gewiss nicht unan- gemessener Name für das Adjektivum in dem Worte krcvnpia aufgestellt wird, der sich gerade in dieser Bedeutung noch an vielen Stellen wiederholt. So Soph. 225. D. wird es von den„gewissen Künsten und Künstlern“ beizulegenden adjektivischen Benennungen gebraucht. Phaedr. 238. A. al Tlνν τοοτπν τυε lJcJv urεrs ¹h τ łↄṽ·ωι‿ptvn T)jy adrijs Erυννυ μεασν Ʒνυέααατμμέννο τυνν1εννονυν raoeεrat. Die substantivischen Namen der Begierden heissen dagegen 6vνέeναα und von ihnen sind jene adjektivischen gebildet. Phaed. 103. B. cv vντααννν εμν τ᷑ν Brεοννmρπμᷣονο α ενυοmμνQενα Phaedr. 246. C. 278. C. Soph. 267. C. 257. B. 15 5“ r! †6 Nvöevror ε*ο˙s aτs, Eaorovy


