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beiden Gebiete gerade seine selbständige Betrachtungsweise zu wahren und nach dem Ziele, dem ihr eigener Standpunkt zustrebt, die Scheidung zu bestimmen, halte ich für eine Pflicht der Wissenschaft unserer Tage, damit man nicht als grammatisches Resultat hinstelle, was philosophische Anschauung oder als philosophischen Begriff, was grammalische Benennung ist. Wer das allmählige Anwachsen der Grammatik aufzuzeigen unternimmt, der ziehe die Sprachphilosophie nur in soweit zu Rathe, als philosophische Spekulation der Grund ward zu neuen Unterscheidungen und empirischen Entdeckungen im Thathestand der sprachlichen Erscheinungen. Aus dem Wesen der Sprachphilosophie bestimme sich dagegen die Art der Abgrenzung gegen jene, ihre Schwesterwissenschaft. Die Verhältnisse zu anderen Zweigen des Wissens, in deren Mitte sich dieser von uns zu betrachtende Gegenstand bewegt, sind ungleich komplicirterer Art, als die, welche in die Grammalik einschlagen. Um so mehr mag eine längere Ausbreitung über diesen Punkt auch darin ihre Entschuldigung finden, dass wir wenigstens nicht unbewusst in das Nachbargebiet eingreifen.
Mit der Grammatik hat die Sprachphilosophie dasselbe Objekt gemein; aber, während jene als eine empirische Wissenschaft nur durch dieses bestimmt wird, ist diese minder selbständig als Theil der gesammten Philosophie. Mit dieser theilt sie daher sowohl das Gemeinsame des Begriffes, wodurch ihre verschiedenen Theile unter diesen einen Namen zusammengebunden werden, als auch andererseits die in der Entwicklung derselben hervor- tretenden Unterschiede der Systeme unter einander. Es pleiben im Ganzen die Fragen, die der denkende Geist auch über Ursprung und Wesen der Sprache sich vorlegt, die- selben; aber die Antworten lauten verschieden, je nach dem Standpunkt, der Weltanschauung, der Methode des fragenden und antworlenden Philosophen. Die Grundsätze, welche er für das widerspruchslose Begreifen des Seienden im Allgemeinen aufstellt, sollen als bestimmende Richtmaasse auf alle einzelnen Erscheinungsformen des je zu begreifenden Objekles, hier der Sprache, ihre Anwendung finden. Daraus folgt: das allgemeine Princip einer bestimmten Philosophie, muss seinem Zwecke gemäss, diese Fähigkeit in sich tragen, wirklich jene gegebenen Formen der Sprache zu erklären, und die Erklärung als ein bestimmtes Glied unter ihr Allgemeines zu befassen; aber andererseits setzt dieses wiederum voraus, dass das empirische Wissen von den Erscheinungsformen der Sprache soweit entwickelt sei, dass es von den allgemeinen Principien der Philosophie durchdrungen werden könne. Auf diese Weise entsteht zwischen der spekulativen und der empirischen Wissenschaft von der Sprache, der Sprachphilosophie und Grammalik, ein gewisses Wechselverhältniss, das wir nicht unerörtert lassen dürfen. Die Grammatik hat die einzelnen Erscheinungen der Sprache zu sammeln und nach bestimmten, in der Sprache objekliv gegebenen Gesichtspunkten, sowohl der Form an sich, als dem Gebrauche im Zusammenhange nach, ersl zu scheiden,


