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Das Gesagte gilt nun auch fast wörtlich von Barometerreductionen, namentlich für den Faſll, dass das rohe Material ganzer Beobachtungsjournale, welche mehrere Jahre umfassen, zu verarbeiten ist. Es kommt aber noch hinzu, dass diese Fundamen- talarbeit gar nicht die einzige mühsame des Meteorologen ist; sondern dass noch gar manche trockne, die Aufmerksamkeit ermüdende Zusammenstellung und Rechnung erforderlich ist, um Fragen der Metcorologie aus Barometerbeobachtungen zu beantworten.
Um daher die Zurückführung der Barometerbeobachtungen auf eine allgemein gebräuchliche Normaltemperatur in einer Weise möglich zu machen, die weiter keiner Erleichterung mehr ſähig ist, bin ich seit längerer Zeit mit der Ausführung einer Methode beschäftigt, deren Wesentliches in Folgendem besteht.
Als ich ver mehreren Jahren daran ging, meine nach den allgemein üblichen Maassen der altfranzösischen Barometereintheilung und der Centesimal- skala gemachten Beobachtungen*), die bei stündlicher Wiederholung schon in wenigen Jahren die Zahl von 10000 überschritten, auf den Nullpunkt jener Skala zu reduciren: fand ich es am gerathensten, mir Tabellen zu entwerfen, aus welchen für jede, bei den gewöhnlichen Temperaturgraden gemachte Beobachtung der bereits reducirte Barometerstand in das meteorologische Tagebuch blos übergetragen zu werden braucht. Ich ging dabei aus von 316,00 par. Linien, welcher Barometerstand das Minimum mei- nes Tagehuches noch um etwas überschritt, und liess jeden folgenden Barometerstand um den hundertsten Theil der par. L. wachsen, trug dann die Zahlen 316.00, 316.01, 316.02 u. s. W. als Ueberschriften der Vertikalspalten in die oberste IIorizontalspalte der zu entwerfenden Tabellen, und schritt in der ersten Vertikalspalte jeder Seite von 0⁰⁰0, 0.1, 0.2, 0.3 u. s. W. bis zu+ 30⁰,0 C fort, die negativen Grade vor der Iland noch ausser Acht lassend. Kleinere Theile, als Hundertstel der par. L. wird wohl Niemand im Ernste beobachtet zu haben glauben, und die wahre Temperatur der Quecksilber- säule zu bestimmen ist bis jetzt noch eine so schwierige Aufgabe, dass ich bei den Zehnteln der Centesimalskala stehen zu bleiben beschloss, im vorkommenden Falloe aber die allenfalls beobachteten IIundertstel bei steigender Temperatur abzog, bei sin- kender dafür das nächst höhere Zehntel noch fortgelten liess. In dieser Maassbe- schränkung wurde ich durch die Urtheile bewährter Meteorologen bestärkt* ⁸⁴).
*) Sind Beobachtungen nach andern Eintheilungen des Barometers oder Thermometers ange- stellt: so bieten u. a. Schumachers Jahrbächer für 1839 u. 18140, Horner's Tables hypsométriques— Zurich 1827, Kastner a. a. O. II, 2. p. 18— 21, Weisse a. a. O. p. 176 ff. u. p. 166 ff. Hülfsmittel zur Verwandlung in die von uns gewählten Maasse dar.
**) Kämtz a. a. O. II, p. 234. Kastner II, 2. p. 291. Anm. 2.


