Aufsatz 
Grundlage zum Entwurf von Tabellen, welche den auf die Normaltemperatur von 0°C reducirten Barometerstand enthalten / [von dem Gymnasiallehrer Dr. Ritter]
Entstehung
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Fragen wir nun nach dem Gebrauche und Nutzen solcher Ifülfstafeln: so wollen wir hier gar nicht die allzugrosse, bis auf Hundertstel von Hundertstel Linien sich erstreckende Genauigkeit Wincklers und Weisses berühren, die desshalb doch unnütz ist, weil die Beobachtung selbst sich bei weitem nicht bis zu diesem Grade der Schärfe erheben lässt; sondern hören wir nur, was Kämts zu seiner in Brandes Reper- torium III, 1 mitgetheilten Tabelle als Erläuterung hinzufügt.

Es sei der beobachtete Barometerstand 334 ,82; die Temperatur des Queck- silbers 15⁰,75 R.; man will wissen, wie gross der Barometerstand gewesen wäre, Wenn das Quecksilber nur die Temperatur 0oR. gchabt hätte. Da hier der Barometer- stand auf eine niedrigere Temperatur gebracht wird: so müssen wir die gefundene Korrection abziehn. Da ferner 334 ,82 näher an 335 als an 334 liegt: so suchen wir in unsrer Tafel die Korrection nicht bei 334%, sondern bei 335.

Die Korr. selbst ist bei 335 für 5°Temp. Unterschied 0,38*) 102 2 0,75 also ist dieselbe für 15⁰0 Temperaturunterschied= 1 ,13

Jetzt müssen wir die Korrection für die Zehntel und Hundertstel von Graden vornehmen. Nun ist bei 335

Die Korr. für 70RR= 0˙,53, also für 0 ,7 R= 0 ,053

5°= 0,38, 00,05= 0 ,0038

folglich ist die Korrection für 0⁰,75 R= 0 ,0568

Es ist mithin die ganze Korrection für 15⁰,75R= 1 ,13+ 0 ,0568= 1 ,1868; der korrigirte Barometerstand ist mithin 334 ,82 1 ,1868= 3336332.

In dem Lchrbuche der Metcorofogie II. 1832. p. 236 und 237 theilt Kämtz eine Tabelle mit, welche von 280 par. Linien an, von 5 zu 5 Linien fortschreitend bis 345 reicht und in der Temperatur von 15 R bis+ 25°R die Korrection für ganze Grade gibt. Ueber den Gebrauch dieser, nur 2 Octavseiten ausfüllenden Tabelle sagt er p. 244:

lst der unmittelbar beobachtete Barometer- und Thermometerstand nicht in der Tafel, so kann man durch ceine leichte Iuterpolation die Korrection berechnen. Gesetzt der Barometerstand wäre 337 ,81, der des Thermometers 20 ,4. Wäre die Tempe- ratur des Quecksilbers genau 20°, so wäre die Grösse der Reduction 1/,46 für 335; 17,48 für 340; also 1/,47 für 337 ,84. Wenn das Thermometer, hei einem Baromceterstande von 335, von 20 bis 21 steigt: so wächst die Grösse der

*) Die Tabelle reicht nämlich nur von+ 1° bis+ 10 R.