aber war noch ein Fall zu berücksichtigen, wenn nämlich der äussere und der innere Feind, jener Landsturm und Vercingetorix zu gleicher Zeit einen Angriff machten, wo dann Caesar immer nur an einer Stelle gegenwärtig sein konnte. Gerade diesen Fall haben auch die Feinde selbst im Auge, wenn Kap. 76. 5, 6 gesagt wird: Omnes alacres et fiduciae pleni ad Alesiam proficiscuntur; neque erat omnium quisquam, qui adspectum modo tantae multitudinis sustineri posse arbitraretur praesertim ancipiti proelio, quum ex oppido eruptione pugnaretur, foris tantae copiae equitatus peditatusque cernerentur.
Unter solchen drohenden Verhältnissen musste nun Caesar seine Massregeln treffen und die Worte: si ita accidat ejus discessu sind im Zusammenhange eben so nothwendig als leicht verständlich: wenn ein widriges Geschick es in seiner Abevwesenheit einmal so fügen sollte, dass die Besatzungen in seinen Schanzen von jener Uebermacht überrumpelt würden. Ejus discessu ist aber ganz einfach ein Ablativus temporis= si quando dis- cessisset oder per ejus discessum. Es ist wohl kaum nöthig, einen Beweis hierfür zuliefern. Zumpt(Latein. Gramm. Kap. 74. 12. a§. 475 Anm.) erwähnt unter den mancherlei Ablativis temporis ausdrücklich unser discessu sowie das ähnliche adventu. Berger Lat. Gr.§. 162. 73. Cicero aber braucht an zwei Stellen ganz denselben Ausdruck. Parad. IV. 2, 30 redet er den Clodius an: Cur hostis Spartacus, si tu civis? potes autem esse tu civis, propter quem aliquando civitas non fuit? et me tuo nomine appellas, quum omnes meo discessu exsulasse rempublicam putent? Ganz ebenso Cic. leg. II. 17: OQmnia tum perditorum civium scelere, discessu meo, religionum jura polluta sunt. Cicero braucht bekanntlich von seiner Verbannung nie den Ausdruck exsilium; sondern sagt immer nur: discessu meo oder quum abessem.
Sonach dürfte wohl nicht zu bezweifeln sein, dass in unserer Stelle die Worte ejus discessu kritisch ganz unverdächtig sind und soviel heissen, als: in seiner Abwesenheit.
Werfen wir nun bei Gelegenheit dieser Stelle noch einen flüchtigen Blick auf das gesammte Trauerspiel vor Alesia: so sind es hauptsächlich drei Dinge, welche sich für uns daraus hervorheben. Zuerst müssen wir den Sieg, welchen Cäsar hier über die Gesammtmacht der Gallier erfocht, als ein welthistorisches Ereigniss und als entscheidend für dessen künftige Bedeutung in der Weltgeschichte erkennen.
Wir lernen ferner in der Weise, wie Cäsar alle Gefahren und Schwierigkeiten über- wand und seinen Sieg durchführte, seine Geisteskraft bewundern, welche ihn befähigte,


