sodann aber auch den Aufsprung, den Platz worauf oder wohin man springen kann, Stellen zum Ueberspringen, zu bedeuten. Es sind sonach darunter solche Stellen jenes Sumpfes zu verstehen, wo derselbe entweder so schmal war, dass der gewandte und kräftige römische Soldat nach abgelegtem Gepäcke als expeditus(s. Kap. 18, 4:—(aesar celeriter sarcinas conferri, arma expediri jussit) in Einem Sprunge den jenseitigen Rand des Sumpfes erreichen, oder wo er auf einzelne trockne Stellen im Sumpfe, auf Steine, Baumreste, auf stehen gebliebene Brückenpfeiler(Hoc se colle interruptis pontibas Galli fiducia loci continebant), von einem zum andern springen und zuletzt den Fuss des Hügels, auf welchem sich die Gallier hielten, gewinnen konnte.— Zu dieser Erklärung bietet auch Cäsar selbst die Hand, wenn er fortfährt: ut, si am paludem Romani perrumpere conarentur, haesitantes premerent ex loco superiore, d. h. nicht durch Wald- stellen, nicht durch Weidengebüsch, nicht durch Schluchten oder über Hügel sollten sich die Römer schleichen; sondern gerade durch den Sumpf selbst hindurch sollte der Angriff von Seiten der Römer forcirt werden. So besorgten wenigstens die Gallier. Und wenn dann die Römer durch Fehlsprünge oder durch das entstehende Gedränge in den Sumpf selbst geriethen und stecken blieben(haesitantes): so sollten sie dann vom Hügel aus, ex loco superiore überwältigt werden. In einer solchen Art der Vertheidigung scheinen die Gallier Meister gewesen zu sein; denn Cäsar erwähnt mehrmals, dass von Sümpfen umgebene Plätze von denselben zu Befestigungen gewählt worden seien. Vgl. b. g. I, 40, 8. II, 9, 1. 16, 4. 28, 1. IV, 38; besonders VIII, 7, 4, wo eine mit der unsrigen sehr ähnliche Oertlichkeit beschrieben wird. Auch VII, 57— 58. hat sich Camulogenus hinter einer solchen palus difficilis atque impedita verschanzt und Labienus sieht sich genöthigt, nach Melodunum zurückzukehren und auf das andere Ufer der Seine überzugehen. Und wenn Tacitus(Germ. 5) von Deutschland sagt: Terra— aut silvis horrida aut paludibus foeda; humidior, qua Gallias, ventosior, qua Noricum ac Pannoniam adspicit: so wird Gallien noch feuchter, folglich auch reich genug an Sümpfen gewesen sein.
Wenn nun auch das Wort saltus in der oben angegebenen Bedeutung nur an dieser einzigen Stelle in den für uns noch vorhandenen Schriften des römischen Alterthums vorkommen sollte: so ist das kein Gegenbeweis gegen unsere Annahme, da gar manche andre lateinische Wörter dasselbe Schicksal haben. So kommt das Adjektiv detrimentosus nur Caes. b. g. VII. 33 vor; detendere in der Bedeutung: die Zelte abspannen kommt nur pei Caesar b. c. III, 85, 3 und bei Livius 41, 3 vor. Zu unsrer Rechtfertigung aber dient es, dass Cäsar häufig solche Substantiva verbalia auf us braucht, nicht blos um die Handlung, sondern auch um den Ort, 2wo sie statt findet, zu bezeichnen. So: ascensus b. g. VII, 85: agger ab universis in munitionem conjectus ascensum dat Gallis. I, 21: qualis esset natura montis et in circuitu ascensus. II, 33: qua minime arduus ad nostras munitiones ascensus videbatur. b. civ. II, 34: erat vallis inter duas acies, non ita magna, at difficili et arduo ascensu.— b. g. VII, 46, 1: Oppidi murus ab planitie atque initio


