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von Berg und Thal, 4) ansehnliche Ausdehnung. Endlich ist 5) saltus wesentlich ein Naturprodukt, an welchem menschliche Thätigkeit gar nichts oder nur wenig geändert hat. Dadurch unterscheidet er sich von nemus und lucus. Mit dem Gesagten aber stimmen die Erklärungen der Alten im Wesentlichen überein. Festus erklärt nach Acl. Gallus(p. 244): Saltas est, ubi silvae et pastiones sunt, quarum causa casae quoque. Si qua particula in eo saltu pastorum aut custodum causa aratur; ea res non peremit nomen saltui, non magis quam fundi, qui est in agro culto, et ejus causa habet aedificium, si qua particula in eo habet silvam. Was aber fundus sei, erklärt Florentinus Dig. 50, 16, 211: Fundi appellatione omne aedificium et omnis ager continetur; und: idemque ager cum aedificio fundus dicitur.
Je nachdem nun das eine oder das andere Merkmal des Begriffes saltus hervor- gehoben, ausgedehnt, oder im Gegentheil beschränkt werden soll, erhält das Wort verschiedene Attribute, als: vacuus, florifer, herbosus, viridis, magnus, vastus, silvester, opacus, riguus, umbrosus, fecundus, avius, invius, excelsus, incultus, periculosus, in artas coactus fauces.
Wie in aller Welt kann aber nun bei einem Saumpfe, der nur 50 Fuss breit ist, von mehreren saltibus die Rede sein? Wir wollen sehen, wie sich die Ausleger zu helfen wissen. Held hat in seiner Anmerkung zu unsrer Stelle nur die Worte:»saltus, waldige Zugänges«. Aber wird man wohl an andern Stellen eines klassischen Autors es zugeben, silxa durch: waldigen Eingang, saxa durch holprigen Aufweg, flumen durch wässerige Anfurth, murus durch Uebersteigeplatz über eine Mauer zu erklären? Das ist nicht auslegen, sondern einlegen, was beliebt. Wo sollten denn auch die-waldigen Zugänge⸗ sein? Ausserhalb des den Hügel umgebenden Sumpfes? Aber da waren ja gar keine Gallier, folglich konnten sie auch nichts besetzen(obtinere); denn es heisst: hoc se colle, interruptis pontibus, Galli fiducia loci continebant, und sie beobachteten und bewachten nicht etwa die waldigen Zugänge zum Sumpfe, aus welchen die Römer hätten hervor- brechen können, sondern es heisst obtinebant omnia vada ac saltus ejus paludis. Oder waren sie innerhalb des Sumpfes? auf einem kleinen Hägel will man ausgedehnte, unebene Waldstellen, und nicht eine, sondern mehrere suchen? Und konnte man dergleichen Stellen wohl»waldige Zugänge« und zwar ejus paludis nennen? Die Zugänge bildeten einige Bräcken, die sie daher wohlweislich vorher abbrachen. Herzog sagt in der Anmerkung zu unsrer Stelle:»Das specifische Merkmal von saltus ist: unwegsamer, ungebahnter, dichter, an Schluchten und Engpässen reicher Wald.— Man wird nun saltus an unsrer Stelle zu deuten wissen: alle Fuhrten und Waldungen dieses Sumpfes, wo sie(doch wohl die Gallier)»leicht angangen werden konnten«. Aber Herzog trägt den Gedanken der Möglichkeit eines Umgangenwerdens in die Stelle erst hinein. Die Gallier selbst fürchten nur einen offenen, geraden Angriff, das perrumpere, nicht ein Herumschleichen oder Ueberlisten. Sodann ist diese Begriffsbestimmung zu eng und
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