Aufsatz 
Observationum De Philodemi "ΠΕΡΙ ΟΡΓΗΣ" libro specimen
Entstehung
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Studium vorausgehen lasse. Die Primaner dürfen in der Behandlung der Sache keinen Mangel an wissenschaftlicher Schärfe fühlen. Sie sollen zwar wissen, dass der Inhalt der

Offenbarung nicht von menschlicher Wissenschaft abhängig ist, aber zugleich durch die That inne werden, dass für das Verständnis der Offenbarung die ernsteste wissenschaftliche Thätigkeit an ihrem Platze ist. Zu einer solchen Erklärung des Alten Testaments habe ich die Werke von Bleck(Einleitung in das Alte Testament), von Keil und Delitzsch (Commentar über das Alte Testament), sowie von Drechsler(der Prophet Jesaja) mit besonderem Erfolg gebraucht, Werke, die ich darum jüngeren Collegen zu gleichem Zweck angelegentlich empfehlen zu dürfen glaube.

Mit dieser ersten Aufgabe, den Schüler zu einem möglichst klaren und eingehenden Verständnis der Offenbarung anzuleiten, muss eine zweite Aufgabe Hand in Hand gehen, oder, was noch besser ist, mit jener in Eins zusammenfallen: den Schüler mit heiliger Ehrfurcht vor der Offenbarung zu erfüllen und sie als das Wort des Lebens seinem Herzen nahe zu bringen. Je bündiger, einfacher und ungesuchter das geschieht, desto besser. Denn nicht die grosse Kunst, wie sie der Römische Landpfleger Festus dem Apostel Paulus zuschrieb, noch die vielen Worte thun es, sondern Gottes Segen, der den Demüthigen Gnade gibt. Besonders eingehend sind bei der Erklärung diejenigen Stellen zu behandeln, welche durch Misverstand Anstoss geben können, sowie diejenigen, welche von den Feinden der Offenbarung vorzugsweise angegriffen werden.

Der Unterricht ist also nichts Anderes und will nichts Anderes sein denn Erklärung der wichtigsten Stücke unserer Offenbarung in geschichtlicher Entwicklung. Hierbei ist es natürlich von grosser Bedeutung, dass die Stufen der Entwicklung richtig gefunden und treffend bezeichnet werden. Als solche Hauptstufen der alttestamentlichen Offen- barung glaubte ich folgende bezeichnen zu können:

I. Die Gottesverehrung in kindlicher Form, die in der Urzeit(1. Mose 1 9) und in der Zeit der Patriarchen Abraham bis Joseph(1. Mose 11 50) vorhanden war und sich besonders 1. Mose 15, 1. 17, 1 und 1. Mose 22, 18 ausspricht.

II. Die Gottesverehrung in gesetzlicher und symbolischer Form, die in den 4 letzten Büchern Mose dargelegt ist und sich besonders 2. Mose 19, 5 und 6. 20, 2 17. und 5. Mose 6, 4 und 5. mit 3. Mose 19, 15 19, ausspricht.

III. Das irdische Gottesreich der Israeliten in Kanaan(die Zeit von Josua bis zur Trennung der Reiche Juda und Israel). Der Grundgedanke dieser Entwicklungsstufe ist theils in Josua 1, 78, theils in den Psalmen ausgesprochen.

IV. Auflösung der irdischen Theokratie und Ankündigung der geistigen durch die Propheten(letztere hauptsächlich durch Jes. 53 und 60), ein Zeitraum, welcher von der Trennung der Reiche bis zur Rückkehr aus dem Exil reicht.

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