Aufsatz 
Die gruppierende Unterrichtsmethode / von Gustav Schimmelpfeng
Entstehung
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Schülern eine Art Rebus oder Räthsel zur Lösung vorzulegen. Wir stimmen bei und geben als Beispiele: ubi heisst wo, ibi da, unde von wo; wie wird von da heissen? nunguam heisst niemals, unquam jemals, nusquam nirgends: wie wird irgends(d. h. irgendwo) heissen? Wenn antea vorher, interea währenddem heisst, wie wird nachher, ausser- dem heissen? Für Kinder sind solche Räthsel nicht so leicht, wie sie beim ersten Anblick scheinen; aber sind sie glücklich gelöst, dann bleiben solche Wörter dem Gedächtnisse fester eingeprägt, als wenn sie auf die übliche Weise noch so vielmal abgefragt wären. Zur Einübung der Zahlwörter, die weil sie nicht sehr häufig vorkommen, gar zu leicht wieder vergessen werden, empfiehlt sich folgendes einfache Mittel. Man schreibt in jeder Stunde und wiederholt dies auch später oft und ganz unervartet drei dreistellige Zahlen an die Tafel und lässt dieselben durch die verschiedenen Zahlformen ins Lateinische übersetzen; dann wischt man links die drei ersten Zahlen weg und schreibt sie rechts, so dass die Hunderte an die Stelle der Einer treten, lässt auch diese drei neuen Zahlen übersetzen ebenso wie die, welche man durch dasselbe Verfahren noch einmal gewinnen kann:

z. B. 246. 462. 624.

379. 793. 937.

581. 815. 158. Auf diese Weise kommt jede der 9 Ziffern in der Stelle der Einer, Zehner und Hunderte vor, und werden somit in ganz kurzer Zeit alle Zahlwörter wiederholt. Wenn aber

Jemand meint, dergleichen Aufgaben gäbe es nicht viele, und es würde bei öfterer Anwendung dieselbe wiederkehren, so möge er sich gesagt sein lassen, dass es solcher und zwar wesentlich von einander verschiedener Lösungen dieser Zusammenstellung nicht weniger als 20160 gibt.

Um jedoch zu unseren Gruppierungen zurückzukehren, so müssen dieselben ganz besonders durch grammatische Rücksichten bestimmt werden, und dabei lasse man die Schüler auch immer zählen. Wenn dieselben die erste und zweite Declination gelernt haben und wissen, dass es in beiden für den Nom. Sing. vier Endungen gibt, so überfällt sie ein leichter Schauder beim Anblick der scheinbar unübersehbaren Menge von Endungen in der dritten Declination. Gewiss wird ihnen schon leichter um's Herz, wenn sie erfahren, dass es im Ganzen doch nur 20 Endungen gibt. ISt darauf die dritte Declination gelernt und an den mannigfaltigsten Beispielen geübt, so sind die Schüler im Stande, bei der Repetition sich eine Uebersicht über das Ganze zu verschaffen, wobei der Lehrer sie nur wenig zu unterstützen nöthig hat. Die Aufgabe lautet also: Wir wollen uns nun alle Wörter nach der dritten Declination, die wir gehabt haben, nach ihren Endungen gruppieren; der Lehrer schreibt an die Tafel, die Schüler in ihr Heft:(wir nehmen als Beispiel die Wörter aus dem 4, 5, 6 und 9. Kapitel des bekannten Uebungsbuches von Spiess.)