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dass man in den neueren Auflagen des sonst so vortrefflichen Uebungsbuches von Spiess hiervon abgegangen ist, hat dies Buch sehr an Werth verloren, zumal die Anordnung der Wörter ziemlich willkührlich und, was noch schlimmer, meist sehr inconscquent ist. Wie wir schon oben(S. 11) gesagt haben, wird kein verständiger Lehrer die Wörter immer in der alphabetischen Reihenfolge abfragen, sondern sich auf die mannigfaltigste Weise „Vokabelgruppen zusammenzubringen bemühen und, namentlich in der ersten Zeit, selbst ganz äusserliche Momente nicht verschmähen. Dreisilbige Substantiva auf., viersilbige auf aum, Adjectiva auf us, die mit einem Vokal anfangen, Wörter, in denen qu vorkommt, Wörter, die sich reimen, wie caper, aper; hora, ora;« u. S. W.— Aber, fragt wohl Mancher, sind das nicht Spielereien ¹), die man nicht in den Ernst der Schule hineinbringen sollte? wird damit irgend etwas erreicht?— Nach meiner festen Ueberzeugung kann man darin kaum zu viel thun; denn wenn auch der Nutzen solcher Zusammenstellungen insofern nicht sehr gross ist, als das Gedächtniss unmöglich sie alle festhalten kann, so ist dagegen der Nutzen gar nicht hoch genug anzuschlagen, dass dadurch frisches Leben in die Schule hineinkommt, dass immerfort gearbeitet und auch keine Minute der Langeweile oder dem Schlafe sich ergeben wird. Vorzuziehen sind natürlich Gruppierungen nach mehr innerlichen Gesichtspunkten; namentlich muss der Lehrer,»ohne Etymologie und Synoymik zu treiben, doch stillschweigend beides im Auge behalten. Die Schüler stellen amnis, Aluvius, flumen; pugno, dimico, certo; feliæ, beatus, faustus; vitapero, reprehendo; mors, nex; animal, bestia; obeddio, pareo u. s. W. zusammen«. Sie suchen ferner Opposita auf, wie sanus, aeger; humanus, divinus; levis, gravis, facilis, difhcilis; pauper, dives u. s. W.; sie werden erinnert an Wörter desselben Stammes oder bringen dieselben selbst auf, wie bei Judicare: judeæ, Jus, Justus, Justitia, injustus, injuria; beiregere: reæ, regina, regius, regnum:; (in Quarta im Griechischen bei dπαςειν:ꝑ§dιαατα, dixνꝝ dααοs, dοασαιοοννν,&οωłοο, οxά! bei Sαοιαμι: Sαοαeᷣνς, ⁵ασαιμαεια, Sαοινιναα, 5⁴ασα⁴εμε⁵α. Hauptsächlich aber sind immer und immer wieder zusammenzustellen ähnlich klingende und doch verschiedene Wörter, die so leicht verwechselt werden, wenn sie nicht durch stete Wiederholung ganz fest eingeprägt sind, wie ars, Pars; aræ, pax; voluntas, voluptas; vinco, vioo, vincio; meto, metuo, metior, mentior; paro, pareo, pario; torreo, torqueo; guuero, gqueror u. s. w. nicht blos im Praesens oder mit ihren Hauptformen, sondern in den verschiedensten Formen immer mit der deutschen Bedeutung. Wer einmal in einer solchen Gruppe geschwankt hat, bekommt zur Strafe vorkommenden Falls immer wieder die Aufgabe, diese Wörter zusammenzustellen, bis er und mit ihm alle vor Verwechselung sicher sind.— Pfautsch empfiehlt auch, den
1)»Man mag das Pedanterie und Kleinlichkeit nennen, aber auf Kleinigkeiten beruht alle Sprach-
kenntniss und auf dieser zum grossen Theil alle wissenschaftliche Bildung“. Blümmer im Progr. Büdingen 1859. S. 21.


