Aufsatz 
Die gruppierende Unterrichtsmethode / von Gustav Schimmelpfeng
Entstehung
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Erfolg angewendet zu haben glauben, dazu, diesen oder jenen Berufsgenossen zu ähnlichen Versuchen anzuregen.

V.

Schon bei einer andern Gelegenheit*) haben wir einen Unterschied aufgestellt zwischen einer mehr mechanischen und einer mehr geistigen Unterrichtsthätigkeit. Da wir nun die gruppierende Methode für beide gleich anwendbar halten, so wollen wir auch aus beiden einen Gegenstand herausnehmen, um daran unser Verfahren zu zeigen, den lateinischen Unterricht in Sexta und den im Homer.

Was den ersteren betrifft, so können wir uns darüber kürzer fassen, da wir dabei verweisen auf eine vor vier Jahren erschienene Abhandlung von Pfautsch ²):-Zum lateinischen Unterricht in der Sexta«. Diese Arbeit enthält sehr zu beachtende Anweisungen kür diesen Unterricht, und kein Lehrer sollte versäumen, sich mit ihr bekannt zu machen. Wir heben zunächst einen Punkt hervor, dem wir nicht zustimmen können:»Es ist ein grosser Gewinn für die ganze Schulzeit, wenn der Sextaner durch den Lehrer den richtigen Gebrauch des Lexikons lernt«. Es ist wahr,»dass die kleineren Schüler sich meist sehr unbeholfen und linkisch zeigen, wenn sie sich präparieren sollen; dass keine Dummheit so gross ist, die nicht in ihren Vokabelbüchern gefunden würde«. Zu dem Sätzchen: naune eum vidisti? schlägt der Schüler num auf, findet im Lexikon: num, Fragewort; schreibt so in sein Präparationsbuch und übersetzt dann: hast du das Fragewort gesehen? Für neunjährige Sextaner aber bietet eine solche Arbeit noch zu viel Schwierigkeit, und die auf solche Präparation von ihnen zu verwendende Zeit steht in keinem Verhältnisse zu den daraus etwa gewonnenen Vortheilen. Wir zichen daher unbedingt vor, dass die betreffenden Vokabeln vor den Uebungsstücken im Lesebuche abgedruckt werden und von den Schülern auswendig gelernt werden müssen; erst in Quinta muss der Gebrauch eines Lexikons gelehrt und geübt werden. Dagegen stimmen wir wieder vollständig bei, wenn es weiter heisst:»Das Zweckmässigste ist, wenn der Lehrer domi militigeque die Vokabeln methodisch ordnet; die Gesichtspunkte werden theils von der Bedeutung theils von der Form des Wortes hergenommen«. Grade aber weil der Lehrer nach verschiedenen Gesichtspunkten anordnet, dürfen die Vokabeln im gedruckten Buche nur alphabetisch geordnet sein; dadurch

1)»Wechsel im Unterricht in der Zeitschrift für das Gymnasialwesen. Berlin 1862. S. 906. Wir haben uns gefreut über die Aufstellung und Durchführung desselben Unterschiedes durch den Verfasser der noctes scholasticae in Neue Jahrb. f. Phil. u. Päd. 1864. Bd. 90. S. 481 u. f.

2) Im Programm von Landsberg a. d. W. Ostern 1861. und im Pädagogischen Archiv. 1861. S. 641 655.